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Wieder fliegt im St. Galler Taminatal ein junger Bartgeier aus

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Wieder fliegt im St. Galler Taminatal ein junger Bartgeier aus

20. Juli 2026, 11:27 Uhr
Im Juni 1992 wurde im Schweizer Nationalpark in Graubünden ein Bartgeier ausgesetzt. (Archivbild)
© KEYSTONE/ARNO BALZARINI
Im Taminatal ist ein Bartgeier geschlüpft und ausgeflogen. Es ist die zweite gelungene «wilde Brut», seit sich der Kanton St. Gallen ab 2010 am nationalen Wiederansiedlungsprojekt beteiligt.

Damit setze sich eine positive Entwicklung fort, schrieb der Kanton St. Gallen am Montag in einer Mitteilung. Im vergangenen Sommer konnte auf dem Kantonsgebiet die erste Bartgeierbrut im Taminatal nachgewiesen werden. Es zeige sich nun, dass sich der Greifvogel wieder etabliere.

Der Kanton St. Gallen beteiligte sich zwischen 2010 und 2014 am nationalen Wiederansiedlungsprojekt für den Bartgeier. Damals wurden zwölf Jungvögel im Calfeisental ausgewildert. «Einer davon war der Bartgeier Noel-Leya, der heute als Vater des letztjährigen Jungvogels bekannt ist», schrieb der Kanton in der Mitteilung weiter.

Es sei davon auszugehen, dass dasselbe Brutpaar wieder erfolgreich brütete. Gemäss der Stiftung «Pro Bartgeier» leben heute im gesamten Alpenraum 350 Bartgeier.

Drohnen stören die empfindlichen Greifvögel

Neben der geringen genetischen Basis seien in den Alpen Störungen am Nistplatz ein Problem für die Bartgeierpopulation. Helikopter- und Drohnenflüge oder auch Wildtierfotografen könnten einen Abbruch der Brut verursachen. Ausserdem habe das Bartgeierpaar im Taminatal seinen Brutplatz konsequent gegen Gänsegeier verteidigen müssen.

Der Bartgeier, der sich vor allem von Knochen toter Tiere ernährt, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts ausgerottet. Die Wende kam ab 1986 mit einem internationalen Wiederansiedlungsprojekt, für das in der Schweiz die Stiftung «Pro Bartgeier» zuständig ist.

Quelle: sda
veröffentlicht: 20. Juli 2026 11:27
aktualisiert: 20. Juli 2026 11:27