Thursanierung soll weniger Land beanspruchen und wird teurer
Zur Sanierung der über 100 Jahre alten Uferverbauungen der Thur in Wattwil gab es bereits während der öffentlichen Mitwirkung vor rund drei Jahren mehrere Kritikpunkte. Einer davon war der Landbedarf. Vorgesehen ist nämlich unter anderem eine Verbreitung der Thur. Wie das St. Galler Bau- und Umweltdepartement am Dienstag in einer Mitteilung schrieb, soll im untersten Projektabschnitt entlang der Umfahrungsstrasse nun weniger Landwirtschaftsland beansprucht werden.
«Das Bau- und Umweltdepartement wird dort die ökologische Gestaltung anpassen und die Projektbreite auf das bundesrechtlich zulässige Minimum reduzieren», heisst es dazu in der Mitteilung. Wie viel weniger Fläche beansprucht wird, muss der Kanton erst noch ermitteln. Ziel sei vor allem die Schonung von Kulturland. Die Kosteneinsparungen dürften sich auf «wenige hunderttausend Franken» belaufen.
In anderen Abschnitten hingegen sieht das Bundesamt für Umwelt, welches die Abklärungen begleitete, keinen weiteren Spielraum mehr. Würde der Bedarf an Kulturland dort weiter reduziert, würden gemäss Communiqué die bundesrechtlichen Mindestanforderungen unterschritten.
Zirka 17 Millionen Franken teurer
Eine Redimensionierung des Projekts hatte der Kanton gemäss einer früheren Mitteilung vom Sommer 2024 ebenfalls geprüft und verworfen. «Die Regierung hält an der gesamten Projektlänge fest», schrieb der Kanton in der Mitteilung vom Dienstag erneut. Bei einer Verkürzung des Projekts könne das Ziel, Wattwil besser vor Hochwasser zu schützen, nicht erreicht werden.
Aktuell werden die Kosten für das Gesamtprojekt auf 129 Millionen Franken veranschlagt. Der Kostenvoranschlag aus dem Jahr 2019 belief sich noch auf 112 Millionen Franken. Seit damals seien die Baupreise gestiegen. Hinzu kommen unter anderem die Materialteuerung, zusätzliche Aufwendungen für die Altlastensanierung sowie weitere Planungs- und Honorarkosten aufgrund der Projektoptimierungen.
Auch die Massnahmen zum Schutz der Thurallee verteuerten das Projekt gemäss Communiqué. Nach einiger Kritik hatte der Kanton bereits im Juni 2024 angekündigt, dass rund ein Drittel der 449 Bäume einer Allee dank Anpassungen am Projekt doch noch erhalten werden könnten.
Sobald die Details des überarbeiten Projekts vorliegen - voraussichtlich im Frühjahr 2027 - wird das Gesamtprojekt den zuständigen Fachstellen von Kanton und Bund zur Vernehmlassung unterbreitet. Die Gemeinde wird gemäss Communiqué zu einer Anhörung eingeladen.