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SBB kündigen Nachtarbeiten auf Tunnelbaustelle in Bassersdorf an

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SBB kündigen Nachtarbeiten auf Tunnelbaustelle in Bassersdorf an

2. Oktober 2026, 12:12 Uhr
Während des Einrüttelns der Spundwände legt sich der neuartige Schallschutz wie eine Ziehharmonika über die lärmigen Teile der Maschine.
© Keystone/CLAUDIO THOMA
Die SBB haben am Freitag in Bassersdorf über bevorstehende, laute Nachtarbeiten informiert. Für die Sicherung der neuen Baugrube müssen Spundwände in den Boden gerüttelt werden. Eine neuartige Schallschutzmassnahme soll den Lärm reduzieren.

Im Gebiet Husmatten bei Bassersdorf entsteht derzeit die grösste Baugrube des gesamten Bauprojekts. Die Grube wird 500 Meter lang, zwischen 20 und 40 Meter breit und bis zu 25 Meter tief werden.

Um dieses riesige Loch im Boden zu sichern und die Stabilität der nahegelegenen Bahnstrecke zu gewährleisten, müssen sogenannte Spundwände in den Boden eingebracht werden. Josef Sautter, der Leiter des Projekts Brüttenertunnel, erklärte am Freitag vor den Medien die Herausforderungen dieser Arbeiten.

Diese über 20 Meter langen Stahlprofile werden mit schweren Spezialgeräten tief in die Erde eingerüttelt. Da sich die Baugrube unmittelbar neben den befahrenen Gleisen befindet, können aus Sicherheitsgründen nicht alle Arbeiten tagsüber ausgeführt werden. Einige Einsätze müssen zwingend in der Nacht stattfinden, wenn der reguläre Bahnverkehr ruht und die Gleise gesperrt sind. «Alles was geht, wird tagsüber gemacht», erklärte Sautter.

Lärmschutz wie eine Ziehharmonika

Um die betroffenen Anwohnenden so gut wie möglich vor dem nächtlichen Baulärm zu schützen, setzen die SBB bei dieser Baugrube auf einen neu entwickelten Lärmschutz. Dieser legt sich wie eine Ziehharmonika direkt um den besonders lärmigen Bereich der eingesetzten Maschine. Durch diese Konstruktion kann der anfallende Lärm für die Umgebung deutlich reduziert werden

Die Verantwortlichen betonten, dass man sich der Belastung für die Anwohnerschaft vollauf bewusst sei und sich intensiv dafür einsetze, die lärmintensiven Tätigkeiten so kurz wie möglich zu halten. Die effektiven Nachtarbeiten machen insgesamt lediglich rund fünf Prozent der gesamten Spundwandarbeiten aus.

Dennoch müssen bis zum Ende des Jahres 2026 noch 20 bis 30 Nächte für diese Einrüttel-Arbeiten aufgewendet werden. Für den Anfang des Jahres 2027 sind dann nochmals 10 bis 15 weitere Nachteinsätze am Portal geplant. Die Spundwandarbeiten für diesen ersten Teil der Baugrube dauern mit Unterbrechungen voraussichtlich bis in den März 2027.

Riesiger Tagbautunnel

Die eingesetzten Spundwände reichen tiefer in den Boden als die spätere Baugrube selbst. Sie bilden eine geschlossene Wand, die den umliegenden Boden vor dem Abrutschen sichert und das Eindringen von Grundwasser während der Bauphase weitgehend verhindert.

Eine bauliche Besonderheit in Bassersdorf ist der Umstand, dass die Arbeiten in drei separaten Abschnitten erfolgen und die Baugrube sogar unter der bestehenden Bahnlinie hindurchgeführt werden muss. Das gesamte Bauwerk wird von der Erdoberfläche bis zu 25 Meter in die Tiefe als sogenannter Tagbautunnel erstellt, der im Anschluss wieder komplett mit Erde aufgeschüttet wird.

Sobald die eigentlichen Bauarbeiten in einigen Jahren abgeschlossen sind, werden die Stahlprofile wieder aus dem Untergrund gezogen. Dies geschieht voraussichtlich im Jahr 2028. Die ausgebauten Spundwände können anschliessend auf anderen Baustellen der SBB wiederverwendet werden.

In der riesigen Baugrube in Bassersdorf wird in einigen Jahren eine Tunnelbohrmaschine zusammengesetzt. Diese wird ab 2032 für den Vortrieb des Brüttenertunnels verwendet. Bereits 2029 startet der Vortrieb des Tunnels in Dietlikon.

Quelle: sda
veröffentlicht: 2. Oktober 2026 12:12
aktualisiert: 2. Oktober 2026 12:12