Luzerner Kinderschutzgruppe meldet Zunahme der Misshandlungen
Im Jahr 2025 verzeichnete die Kinderschutzgruppe die höchste Zahl an möglichen Kindesmisshandlungen oder -vernachlässigungen der vergangenen neun Jahre, heisst es in einem Communiqué des Kinderspitals Zentralschweiz (KidZ) vom Dienstag. Während es in 107 Fällen sicher zu einer Misshandlung kam, liess sich der Verdacht 89 Mal weder eindeutig bestätigen noch ausschliessen. Je nach Situation unternimmt dann die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) weitere Abklärungen.
Den grössten Teil der registrierten Kindeswohlgefährdungen machen gemäss der Mitteilung psychische Misshandlungen und körperliche Gewalt aus. Die Kinderschutzgruppe bearbeitete 67 respektive 52 solcher Fälle. Bei den körperlichen Misshandlungen gab es sowohl Kinder mit leichten Verletzungen als auch solche, die lebensbedrohlich verletzt worden sind.
«Eine Entspannung der Situation zeichnet sich derzeit nicht ab», schrieb das Luzerner Kinderspital weiter. Die polizeilichen Gewaltschutzstatistiken wiesen seit 2020 auf eine Zunahme häuslicher Gewalt hin. Davon seien auch Kinder häufig betroffen.
Die psychische Belastung steigt
Zudem beobachteten Fachpersonen seit mehreren Jahren eine steigende psychische Belastung bei Kindern und Jugendlichen. Für Familien bedeutet dies gemäss Communiqué oft zusätzliche Herausforderungen und zusätzlichen Druck.
Die Kinderschutzgruppe des KidZ verfügt über einen Leistungsauftrag des Kantons Luzern. Zu ihren Kernaufgaben gehören gemäss Mitteilung das Erkennen und die fachliche Beurteilung möglicher Kindeswohlgefährdungen sowie die Einleitung geeigneter Schutzmassnahmen.