Kanton St. Gallen verlangt von Lütisburg einen Sanierungsplan
Der Kanton habe die Gemeinde angewiesen, «wirksame Massnahmen zur Sanierung des Haushalts zu prüfen», teilte der Gemeinderat von Lütisburg am Montag mit. Bis zum 30. Juni 2027 sei ein Sanierungsplan vorzulegen. Diese Vorgaben will der Gemeinderat umsetzen. Andernfalls müsse mit einer Zwangsverwaltung durch den Kanton gerechnet werden.
In einer eigenen Mitteilung hält der Kanton fest, in Lütisburg werde der «Grundsatz des Haushaltsgleichgewichts» verletzt. Dieser beinhalte, dass die Rechnung einer Gemeinde «mittel- bis langfristig ausgeglichen» sein müsse.
Der Gemeinderat will nun «eine umfassende Analyse der heutigen Situation» vorlegen, die finanziell wirksame Massnahmen für die nächsten Jahre beinhaltet. Es soll eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden; zudem werden externe Berater beigezogen. Auch schmerzhafte Kosteneinsparungen müssten diskutiert werden. Die Gemeinde will offen über den Stand der Beratungen informieren.
Zu schaffen machen der Gemeinde hohe Investitionen, die sie tragen muss. Wegen der finanziellen Lasten wurde bereits der Steuerfuss von 2023 auf 2026 schrittweise um 40 Steuerprozente erhöht. Lütisburg weist aktuell mit 155 Prozenten den mit Abstand höchsten Steuerfuss im Kanton St. Gallen aus.
Mehrheit mit positiven Abschlüssen
Quer durch den Kanton haben im letzten Jahr 40 der 75 politischen Gemeinden positive Rechnungsabschlüsse vorgelegt. Diese schwarzen Zahlen summierten sich insgesamt zu einem positiven Ertragsabschluss von 28 Millionen Franken, wie der Kanton mitteilte.
2024 war das Gesamtergebnis mit einem Minus von 35 Millionen Franken noch negativ gewesen. Grund für die positive Entwicklung im Jahr 2025 seien unter anderem «ein gebremstes Ausgabenwachstum sowie höhere Steuererträge».
Im letzten Jahr ist in den St. Galler Gemeinden die Nettoverschuldung pro Kopf angestiegen. Sie beläuft sich im Durchschnitt auf 828 Franken pro Einwohnerin und Einwohner. 43 der 75 Gemeinden wiesen Ende des Jahres eine Nettoverschuldung aus. Das sind drei Kommunen mehr als noch 2024.
Die Gesamtausgaben aller 75 Gemeinden lagen 2025 bei rund 3,7 Milliarden Franken. Zum Vergleich: Der Kanton rechnet in seinem Budget für 2027 mit einem Aufwand von 6,2 Milliarden Franken.