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Fische im Vierwaldstättersee kommen unter Druck

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Fische im Vierwaldstättersee kommen unter Druck

7. Juli 2026, 08:54 Uhr
Der Hecht ist einer der 22 Fischarten, welche bei der systematischen Befischung des Vierwaldstättersees nachgewiesen wurden. (Archivaufnahme)
© KEYSTONE/URS FLUEELER
Klimawandel und Quaggamuschel könnten die Fischgemeinschaft im Vierwaldstättersee aus dem Gleichgewicht bringen. Diese Schlussfolgerung zieht ein Bericht, der den Fischbestand von 2014 mit dem von 2025 vergleicht.

Wie die Staatskanzlei Luzern am Dienstag mitteilte, wurde der Vierwaldstättersee im letzten Jahr im Auftrag der Fischereikommission und mit Unterstützung des Bundes untersucht. Sein Zustand war bereits 2014 erfasst worden. Für den Alpnachersee wurde eine eigene Untersuchung durchgeführt.

Bei der systematischen Befischung des Vierwaldstättersees (ohne Alpnachersee) wurden 2025 22 Fischarten nachgewiesen, zwei mehr als 2014. Neu festgestellt wurden Rotfeder, Äsche und der nicht heimische Sonnenbarsch, von der Barbe ging dagegen kein Exemplar ins Netz.

Viele Egli und Felchen

Insgesamt wurden bei der Untersuchung des Sees 3635 Fische gefangen. Fast zwei Drittel davon waren Flussbarsche (Egli). In deutlich kleinerer Zahl, gemäss des Berichts aber «sehr häufig», gingen Rotaugen, Kaulbarsche, Lauben und Felchen in die Fänge.

Die höchste Dichte an Fischen gibt es gemäss der Untersuchung in den obersten 20 Metern Tiefe des Vierwaldstättersees, wobei in allen Tiefen bis zu 200 Meter Fische gefangen wurden.

Die Fischgemeinschaft des Vierwaldstättersees sei seit 2014 «relativ stabil», lautet die Schlussfolgerung des Berichts. Positiv gewertet wurde, dass in den uferfernen Gebieten, auf welche der grosse Teil des Sees entfällt, die Biomasse zugenommen hat.

Veränderungen in der Tiefe

Allerdings stellte der Bericht auch kritische Entwicklungen fest. Wärmeliebende Arten hätten in dem See zugenommen. Bedenklich sei die Abnahme der Fischdichte, insbesondere der Groppen und Trüschen, in den tiefsten Bereichen des Sees.

Gemäss dem Bericht ist der Fischbestand des Vierwaldstättersees aktuell im Gleichgewicht. Die direkten und indirekten Auswirkungen des Klimawandels und die Ausbreitung der Quaggamuschel könnten dieses aber in Frage stellen.

Weniger gut ist die Bilanz zum Alpnachersee, der mit einem rund hundert Meter breiten Teil mit dem Rest des Vierwaldstättersees verbunden ist. Er ist maximal 35 Meter tief.

Stärkere Veränderung im Alpnachersee

Im Alpnachersee wurden bei der standardisierten Befischung 2025 20 Fischarten nachgewiesen. Im Vergleich zur letzten Untersuchung 2018 hat sich die Artenzusammensetzung stärker verändert als im Vierwaldstättersee. Vor allem bei den Felchen gab es einen Rückgang.

Der Zustand der Fischgemeinschaft müsse als stark beeinträchtigt eingestuft werden, heisst es in dem Bericht. Die Ursachen dafür seien jedoch nicht bekannt.

Unterschiede zwischen Vierwaldstätter- und Alpnachersee gibt es auch bei der Phosphorbelastung. Der Alpnachersee leide noch immer unter den Folgen von zu hohen Nährstoffbelastungen, heisst es im Bericht. Im Vierwaldstättersee habe sich die Phosphorbelastung auf tiefem Niveau stabilisiert.

Quelle: sda
veröffentlicht: 7. Juli 2026 08:54
aktualisiert: 7. Juli 2026 08:54