Zwei Tote bei Stadler-Tram-Entgleisung in Mailand
«Wir bestätigen, dass es sich beim tragischen Unfall in Mailand um ein Tramlink-Milano-Fahrzeug handelt», teilte ein Stadler-Sprecher am Freitagabend der Nachrichtenagentur AWP auf Anfrage mit. Stadler stehe mit der Betreiberin Azienda Trasporti Milanesi in engem Austausch und unterstütze sie bei der Ursachenanalyse.
Etwa 40 Menschen - die meisten von ihnen Passagiere - wurden nach Angaben der Feuerwehr in der norditalienischen Metropole verletzt. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung ein. Das Tram, ein modernes Modell, soll erst seit wenigen Monaten im Einsatz gewesen sein.
Das Unglück ereignete sich am Freitagnachmittag im Zentrum der 1,3-Millionen-Einwohner-Stadt. Aus noch ungeklärtem Grund prallte eine voll besetzte Strassenbahn der Linie 9 gegen 16.00 Uhr an einer Kreuzung gegen ein Gebäude.
Nach Angaben von Augenzeugen hätte das Tram eigentlich geradeaus fahren sollen, bog jedoch mit hoher Geschwindigkeit nach links ab und entgleiste. Es kam erst im Eingangsbereich eines Restaurants zum Stehen. Die Fahrerkabine wurde schwer beschädigt.
Bei den beiden Todesopfern handelt es sich um Passagiere: einen 60 Jahre alten Italiener und einen Mann aus dem Senegal, zu dessen Alter die Behörden zunächst keine genaueren Angaben machten.
Der Fahrer der Strassenbahn wurde mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Spekuliert wird, dass er einen Schwächeanfall erlitten haben könnte. Vor dem Unglück soll er eine Haltestelle missachtet haben. Wie üblich in solchen Fällen wurde ihm für einen Alkohol- und Drogentest Blut abgenommen.
In Mailand fanden bis zum vergangenen Sonntag zwei Wochen lang die Olympischen Winterspiele statt. Von den ausländischen Besuchern nutzten auch viele die Strassenbahnen. Zweite Gastgeberstadt war Cortina d'Ampezzo in den Dolomiten. Derzeit läuft in Mailand die Modewoche, zu der wieder viele ausländische Besucher in der Stadt sind.