Wieder zwei Hinrichtungen nach Protesten im Iran
Das berichtete das mit der Justiz verbundene Portal «Misan». Die Demonstrationen waren Ende Dezember angesichts der Wirtschaftskrise im Land ausgebrochen und entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die autoritäre Führung. Der Staat liess sie gewaltsam niederschlagen. Tausende Demonstranten wurden dabei getötet.
Am Montag hatte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, zum Auftakt der Sitzung des UN-Menschenrechtsrates in Genf gesagt, die iranische Regierung habe seit Anfang des Jahres 40 Menschen auf Grundlage von nationalen Sicherheitsinteressen hingerichtet. 18 der Hingerichteten seien Demonstranten gewesen.
Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch zur Einschüchterung einzusetzen. Amnesty International zufolge wurden im vergangenen Jahr mindestens 2.159 Menschen im Iran hingerichtet – der höchste verzeichnete Wert seit 1981. Auch im Kontext des Iran-Kriegs wurden Todesurteile gegen mutmassliche Spione und politische Gefangene vollstreckt.