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Verluste für deutsche Regierungsparteien bei Europawahl

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Verluste für deutsche Regierungsparteien bei Europawahl

9. Juni 2024, 18:17 Uhr
dpatopbilder - Ricarda Lang (l-r), Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Terry Reintke, Spitzenkandidatin der Grünen für die Europawahl 2024, und Omid Nouripour, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, reagieren bei der Wahlparty der Grünen in der Columbiahalle Berlin auf die ersten Hochrechnungen. Foto: Christoph Soeder/dpa
© Keystone/dpa/Christoph Soeder
In Deutschland haben die Parteien der «Ampel»-Koalition von Bundeskanzler Olaf Scholz bei der Europawahl zum Teil deutlich Stimmen verloren. Mit Abstand stärkste Partei wurden laut ersten Prognosen der Fernsehsender ARD und ZDF die oppositionellen Christdemokraten.

Laut diesen Prognosen kam die CDU/CSU deutschlandweit auf 29,5 bis 30 Prozent der Stimmen (2019: 28,9). Zweitstärkste Kraft wurde die rechtspopulistische AfD mit 16 bis 16,5 Prozent (2019: 11,0), ihr bisher bestes Ergebnis auf nationaler Ebene.

Scholz' Sozialdemokraten rutschten auf 14 Prozent (2019: 15,8) ab, ihr deutschlandweit bisher schwächstes Ergebnis. Die Grünen fielen auf 12 bis 12,5 Prozent (2019: 20,5), die ebenfalls in der «Ampel» regierenden Liberalen (FDP) hielten mit 5 Prozent in etwa ihr schwaches Ergebnis von 2019 (5,4).

Das im Januar neu gegründete linkspopulistische Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) kam bei seiner ersten Wahl auf 5,5 bis 6 Prozent.

Im Vergleich zur Bundestagswahl 2021 verlor die Kanzlerpartei SPD mehr als zehn Prozentpunkte. Scholz' «Ampel»-Koalition kommt damit gut ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl zusammen auf weniger als ein Drittel der Stimmen.

Auf das bevölkerungsreichste EU-Land entfallen 96 der 720 Sitze im EU-Parlament. Wahlberechtigt waren 60,9 Millionen Deutsche, ausserdem durften laut Bundeswahlleiterin rund 4,1 Millionen Bürger anderer EU-Länder in Deutschland wählen. Das Wahlalter war auf 16 Jahre herabgesetzt worden. Anders als bei Bundestagswahlen gibt es in Deutschland bei der EU-Wahl keine Sperrklausel.

Quelle: sda
veröffentlicht: 9. Juni 2024 18:17
aktualisiert: 9. Juni 2024 18:17