Tories in Krise: Parteichefin Badenoch schasst Konkurrenten
Jenrick, der Badenoch in einer Stichwahl um die Parteiführung im Herbst 2024 unterlegen war, habe geplant, «auf eine möglichst schädliche Weise» zu einer anderen Partei überzulaufen, sagte Badenoch in einer Videobotschaft. Dafür habe es «klare und unwiderlegbare Beweise» gegeben.
Wollte Jenrick zu Rechtspopulisten übertreten?
Zu welcher Partei Jenrick angeblich überlaufen wollte, sagte Badenoch nicht. Doch es liegt nahe, dass er der rechtspopulistischen Partei Reform UK von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage beitreten wollte. Reform UK liegt seit etlichen Monaten in den Umfragen vor den Konservativen und der regierenden Labour-Partei.
Jenrick hatte sich weit am rechten Rand seiner Partei positioniert und wurde als aussichtsreichster Nachfolger Badenochs gehandelt, sollten sich die Umfragewerte der Partei nicht verbessern. Berichten zufolge sollen herumliegende Dokumente die Pläne Jenricks offenbart haben.
Ein Überlaufen Jenricks zu Reform wäre ein schwerer Schlag für die Partei der legendären Regierungschefs Margaret Thatcher und Winston Churchill gewesen. Farage, der für den Nachmittag eine Pressekonferenz angekündigt hatte, bestritt, dass Jenrick bei der Gelegenheit als neues Parteimitglied präsentiert werden sollte. Er gab jedoch zu, Gespräche mit Jenrick geführt zu haben. Er werde Jenrick anrufen und ihm einen Drink spendieren, sagte Farage vor Journalisten.
Erst kürzlich war der frühere Finanzminister und Tory-Politiker Nadhim Zahawi öffentlichkeitswirksam zu Reform UK übergetreten.