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Tiefe Seufzer erleichtern laut Studie das Atmen

Materialwissenschaften

Tiefe Seufzer erleichtern laut Studie das Atmen

16. Oktober 2025, 09:12 Uhr
Forschende der ETH Zürich haben eine physikalische Erklärung dafür gefunden, dass tiefes Seufzen das Atmen erleichtert. (Symbolbild)
© KEYSTONE/GAETAN BALLY
Tiefe Seufzer machen die Lunge elastischer und erleichtern damit das Atmen. Das haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der ETH Zürich in einer neuen Studie nachgewiesen, wie die Hochschule am Donnerstag mitteilte.

Eine spezielle Flüssigkeit, die die Innenseite der Lunge überzieht, sorgt dafür, dass sich das Organ beim Atmen leichter dehnt und zusammenzieht. Wie die Forschenden im Fachjournal «Science Advances» berichten, entfaltet diese sogenannte Surfactant-Schicht ihre grösste Wirkung, wenn die Lunge ab und zu stark gedehnt wird - wie etwa bei einem tiefen Seufzer.

Im Labor simulierten Materialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler die Bewegungen der Lungenflüssigkeit beim Atmen. Dabei zeigte sich: Nach tiefen Atemzügen sinkt die Oberflächenspannung deutlich.

Physikalische Erklärung gefunden

Die physikalische Erklärung dahinter liegt der ETH Zürich zufolge in der besonderen Schichtung der Lungenflüssigkeit. Sie besteht aus mehreren Lagen: oben eine etwas steifere, darunter weichere. Durch das ausgeprägte Dehnen und Stauchen der Lungenflüssigkeit ordnen sich deren Komponenten in idealer Weise an. Wenn sich die Flüssigkeit bei flacher Atmung gar nicht oder nur wenig bewegt, kehrt diese Schichtung mit der Zeit in einen ungünstigeren Gleichgewichtszustand zurück.

Die Ergebnisse könnten den Forscherinnen und Forschern langfristig helfen, Therapien für Patientinnen und Patienten mit Lungenversagen zu verbessern. Denkbar sei etwa, mehrschichtige Strukturen künstlich nachzubilden, schreiben die Forschenden.

Quelle: sda
veröffentlicht: 16. Oktober 2025 09:12
aktualisiert: 16. Oktober 2025 09:12