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Suche mit Drohnen und Hubschraubern nach Raubtier bei Berlin

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Suche mit Drohnen und Hubschraubern nach Raubtier bei Berlin

20. Juli 2023, 13:26 Uhr
Polizisten koordinieren die Such in einem Wohngebiet in Teltow nach einem Wildtier. Foto: Fabian Sommer/dpa
© Keystone/dpa/Fabian Sommer
Die Menschen im Süden von Berlin müssen derzeit bei Spaziergängen vorsichtig sein und die Augen offen halten: Die Polizei sucht in der Region nach einem frei umherlaufenden Raubtier - möglicherweise eine Löwin.

Per Warnapps wurden die Menschen in der Nacht auf die mögliche Gefahr hingewiesen. Mit Drohnen und Hubschraubern sind die Einsatzkräfte seit Stunden auf der Suche. Unterstützt werden sie dabei von Veterinären und Jägern.

Der Hinweis erreichte die Polizei in der Nacht auf Donnerstag aus der Gemeinde Kleinmachnow am Südwestrand der deutschen Hauptstadt. Ein Video zeigt dort das mutmassliche Wildtier zischen Bäumen und Büschen. Ersten Einschätzungen der Polizei zufolge handele es sich dabei um eine Löwin, teilten die Behörden mit. «Die geschilderte Situation wird als glaubwürdig angesehen», hiess es.

Gesucht wird in der Gegend um Kleinmachnow - dort, wo sonst eher Wildschweine durch die Wälder flitzen. Die Warnmeldung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bezieht auch den Süden Berlins mit ein. Auch die Stadt Potsdam rief ihre Einwohnerinnen und Einwohner am Donnerstag zu Wachsamkeit auf.

Viele Fragen sind noch offen: Bisher hat die Polizei keine Informationen, woher das Tier stammen könnte. Es seien Zoos, Tierparks, Zirkusse und Tierschutzeinrichtungen überprüft worden. Dort wird der Polizei zufolge allerdings keine Löwin vermisst. Das bestätigten am Donnerstag auch Zoo und Tierpark Berlin. Das gefilmte Raubtier stamme nicht aus den eigenen Beständen, teilten die Einrichtungen mit.

Anhand der kurzen Aufnahmen im Internet sei es nicht auszuschliessen, dass es sich um eine Löwin handele, hiess es in einer Stellungnahme. «Mit Sicherheit können wir dies aufgrund der geringen Qualität der Aufnahmen aber nicht bestätigen», sagte Christian Kern, Zoologischer Leiter von Zoo und Tierpark Berlin.

Laut Einschätzungen von Expertinnen und Experten aus Zoo und Tierpark käme eine Löwin in den Sommermonaten durchaus in einem heimischen Waldstück zurecht. In einem ihr unbekannten Terrain könne davon ausgegangen werden, dass sie sich ins Unterholz zurückziehe und nicht aktiv den Kontakt zum Menschen suche. «Auch die Gefahr, dass ein Wildtier auf freier Fläche wie beispielsweise im Wald, Park oder Feld einen Menschen direkt angreift ist geringer, als wenn es sich in einem Wohngebiet in die Enge getrieben und bedroht fühlt.» Bei einer Begegnung mit dem Tier gelte es, genügend Abstand zu halten, die Polizei zu informieren und den Standort durchzugeben.

In Kleinmachnow waren bereits in der Nacht Hubschrauber im Einsatz. Am Donnerstagmorgen wirkte in der Kleinstadt laut einem dpa-Reporter alles völlig normal.

Quelle: sda
veröffentlicht: 20. Juli 2023 13:26
aktualisiert: 20. Juli 2023 13:26