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Schätzung: Deutsche Steuereinnahmen 2025 niedriger als erwartet

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Schätzung: Deutsche Steuereinnahmen 2025 niedriger als erwartet

16. Mai 2024, 15:28 Uhr
PRODUKTION - Deutschland kann im kommenden Jahr mit weniger Steuereinnahmen rechnen als angenommen. Die Steuerschätzer gehen davon aus, dass der Staat im Jahr 2025 insgesamt 995,2 Milliarden Euro einnimmt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
© Keystone/dpa/Karl-Josef Hildenbrand
Deutschland kann im kommenden Jahr mit weniger Steuereinnahmen rechnen als angenommen.

Die Steuerschätzer gehen davon aus, dass der Staat im Jahr 2025 insgesamt 995,2 Milliarden Euro einnimmt, wie das Finanzministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte - das sind 21,9 Milliarden Euro weniger als im Herbst angenommen.

Finanzminister Christian Lindner sagte: «Was ich angesichts der exorbitanten politischen Wünsche fast mantraartig wiederhole, liegt jetzt schwarz auf weiss vor: Neue finanzielle Spielräume gibt es absehbar nicht.»

Auch in den weiteren Jahren des Schätzzeitraums bis 2028 sind deutliche Mindereinnahmen gegenüber der letzten Schätzung zu verzeichnen – insgesamt sind es 80,7 Milliarden Euro. Die Steuereinnahmen liegen laut Finanzministerium im Vergleich zur Erwartung aus dem Oktober 2023 durchschnittlich jährlich um rund 16 Milliarden Euro niedriger.

Lindner nannte die aktuelle Steuerschätzung einen «Realitätscheck» für den Haushalt 2025. «Wir müssen uns von unrealistischen Wünschen verabschieden und die Konsolidierung des Haushalts vorantreiben. Dies erfordert Disziplin und Willenskraft.»

Die Ergebnisse dürften noch mehr Druck in die ohnehin schon schwierigen Verhandlungen zum Haushalt 2025 bringen. Dabei müssen Milliardenlöcher gestopft werden. Mehrere Ministerien wollen sich nicht an Sparvorgaben von Lindner halten – was dieser wiederum scharf kritisiert. Ziel ist es, bis Anfang Juli im Kabinett eine Einigung über den Haushalt 2025 hinzubekommen, dann folgen die Beratungen im Bundestag.

Die Prognose der Steuerschätzer ist eine wichtige Grundlage für die Beratungen zum deutschen Haushalt 2025. Ob gespart werden muss oder ob es Raum für zusätzliche Ausgaben gibt, hängt unter anderem von der Steuerschätzung ab.

Das Finanzministerium begründete die Differenz zum Ergebnis der Oktober-Steuerschätzung vor allem mit einer verschlechterten Einschätzung zur Konjunktur. Die wirtschaftliche Erholung habe sich gegenüber den damaligen Erwartungen verzögert.

Deutschland steckt in einer Wachstumsschwäche. 2024 geht die Regierung von einem Mini-Wachstum von 0,3 Prozent aus. Für 2025 erwartet sie ein Wachstum von 1,0 Prozent.

Quelle: sda
veröffentlicht: 16. Mai 2024 15:28
aktualisiert: 16. Mai 2024 15:28