Russland

Russischer Minister spricht von Geländegewinnen

2. Februar 2024, 15:08 Uhr
SCREENSHOT - Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hält eine Rede während einer Videokonferenz mit der Führung der russischen Streitkräfte. Das Bild stammt aus einem vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlichten Video. Foto: Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits
© Keystone/Russian Defense Ministry Press Service/AP/Uncredited
Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu sieht seine Armee gegen die Ukraine in der Offensive. Vor ranghohen Militärs berichtete er von angeblichen Geländegewinnen.

«Unsere Einheiten dringen vor, weiten die Zone unter ihrer Kontrolle aus, verbessern ihre Position an vorderster Linie», sagte der Minister am Freitag bei einer Sitzung in Moskau. Die russische Armee habe die Dörfer Tabajiwka und Krochmalne im ostukrainischen Gebiet Charkiw sowie das Dorf Wessele nahe Bachmut im Donbass erobert, sagte Schoigu.

Ganz eindeutig war die Gefechtslage in diesen Dörfchen mit nur wenigen Häusern aber nicht. Tabajiwka sei schwer umkämpft, aber weiter in ukrainischer Hand, sagte in Kiew der Militärsprecher für den dortigen Frontabschnitt am Freitag im Fernsehen. «Es gibt Artillerieduelle.»

Auch der ukrainische Generalstab berichtete noch am Donnerstagabend, dass Tabajiwka von russischer Artillerie beschossen worden sei - es im Dorf also ukrainische Verteidiger gab. Andere ukrainische Militärbeobachter schlugen Tabajiwka und Krochmalne am Freitag aber der russischen Seite zu. Das Vorrücken der Russen in dieser Gegend ist Teil ihres Versuchs, die 2022 geräumte Stadt Kupjansk zurückzuerobern.

Im Fall des Dörfchens Wessele nordöstlich von Bachmut hatten russische Quellen schon vor einigen Tagen eine Eroberung behauptet; ukrainische Beobachter sahen Wessele am Freitag weiter in Kiewer Hand.

«Nach dem Scheitern der Gegenoffensive des Feindes haben die russischen Streitkräfte die strategische Initiative an der gesamten Frontlinie», sagte Schoigu in Moskau. Die Ukraine hingegen werfe ihre letzten Reserven in den Kampf und mobilisiere mit Zwang, «um keinen Zusammenbruch der Verteidigung zuzulassen».

Tatsächlich hält die ukrainische Armee die Front derzeit nur mit Mühe. Sie leidet Berichten zufolge bereits an einem Mangel an Munition, während der Nachschub durch ausländische Unterstützer bisher nicht geklärt ist.

Schoigu äusserte sich nicht zu den hohen russischen Verlusten bei den Bodengefechten der vergangenen Monate, die nur vergleichsweise kleinere Geländegewinne gebracht haben. Die Ukraine wehrt seit fast zwei Jahren eine grossangelegte russische Invasion ab.

Quelle: sda
veröffentlicht: 2. Februar 2024 15:08
aktualisiert: 2. Februar 2024 15:08