News
International

Rosatom: Drohne tötet Chefingenieur des AKW Saporischschja

Ukraine

Rosatom: Drohne tötet Chefingenieur des AKW Saporischschja

15. Juli 2026, 20:45 Uhr
ARCHIV - Auf diesem während einer vom russischen Verteidigungsministerium organisierten Reise aufgenommenen Foto bewacht ein russischer Soldat einen Bereich des Kernkraftwerks Saporischschja in einem Gebiet unter russischer Militärkontrolle im Südosten der Ukraine. Foto: -/AP/dpa/Archivbild
© Keystone/AP/-
Eine ukrainische Drohne soll nach russischen Angaben den Chefingenieur des besetzten Atomkraftwerks Saporischschja in der Südostukraine getötet haben. «Eine Drohne der ukrainischen Streitkräfte griff einen Dienstwagen des AKWs an der Grenze zwischen dem Werksgelände des Kraftwerks und der Stadt Enerhodar an», sagte der Chef des russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow, gemäss einer Mitteilung bei Telegram. Es sei ein zielgerichteter Angriff gewesen. Ebenso sei der Fahrer des Dienstwagens bei dem Angriff ums Leben gekommen.

Lichatschow verlangte demnach von der internationalen Atomaufsicht IAEA eine «klare Reaktion». Die russische Führung sei informiert worden.

In Moskau reagierte das Aussenministerium sofort. «Wir fordern von den zuständigen internationalen Gremien, allen voran der IAEA, eine klare und unmissverständliche Erklärung, in der dieser Mord verurteilt wird», schrieb die Sprecherin, Maria Sacharowa, bei Telegram. Namentlich nannte sie den Chef der IAEA Rafael Grossi.

Ukrainische Drohnenangriffe auf Kraftwerksstadt Enerhodar

Zuvor hatte der Leiter der russischen Besatzungsbehörden für die Region Saporischschja, Jewgeni Balizki, bei Telegram über ukrainische Drohnenangriffe auf die Kraftwerksstadt Enerhodar informiert. Es sei zu einem kompletten Stromausfall gekommen. Den Angaben nach mussten soziale Objekte über Dieselgeneratoren mit Strom versorgt werden.

Das AKW Saporischschja ist mit sechs Reaktoren und einer Nennleistung von 6.000 Megawatt das grösste Atomkraftwerk Europas. Es steht seit der Eroberung durch russische Truppen im März 2022 unter deren Kontrolle. Aus Sicherheitsgründen wurden alle Reaktoren heruntergefahren.

Quelle: sda
veröffentlicht: 15. Juli 2026 20:45
aktualisiert: 15. Juli 2026 20:45