Kolumbien: Führender Drogenhändler von «Tren de Aragua»-Bande gefasst
«Cucaracho» gilt nach Angaben der Polizei als rechte Hand von «Niño Guerrero», der als Anführer des kriminellen Netzwerks gilt. Auf einem von den Ermittlern veröffentlichten Video ist zu sehen, wie Beamte einer Spezialeinheit Corderos Luxusanwesen in Santa Marta im Norden Kolumbiens betreten und den Verdächtigen im Schlafzimmer überraschen, während er schläft. Gegen ihn lag demnach eine internationale Fahndungsnotiz der Polizeiorganisation Interpol vor. Bei dem Zugriff beschlagnahmten die Beamten vier Mobiltelefone und ein Tablet, die nun ausgewertet werden.
Der aus Venezuela stammende «Tren de Aragua» gilt als eines der einflussreichsten kriminellen Netzwerke der Region und wird mit Drogenhandel, Entführungen und Schutzgelderpressung in Verbindung gebracht. Laut der auf organisierte Kriminalität spezialisierten Plattform «Insight Crime» handelt es sich eher um ein loses Netzwerk verschiedener Gangs als um einen straff geführten internationalen Drogenring.
Tod eines Drogenbosses löst Gewaltwelle in Mexiko aus
Die Festnahme in Kolumbien erfolgte nur kurz nach einer schweren Eskalation der Drogengewalt in Mexiko. Bei einem Militäreinsatz am Sonntag gegen den Chef des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación, Nemesio Oseguera Cervantes alias «El Mencho», kamen mindestens 74 Menschen bei Gefechten und anschliessenden Ausschreitungen ums Leben. Der Kartellboss wurde ebenfalls tödlich verletzt. Mutmassliche Kartellmitglieder errichteten Strassensperren, zündeten Fahrzeuge an und griffen Geschäfte an.