Israel

Israels Armee: Haben neue Methoden zur Tötung von Hamas-Terroristen

15. Dezember 2023, 08:03 Uhr
ARCHIV - Israelische Soldaten zeigen einen unterirdischen Tunnel, der unter dem Schifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt gefunden wurde. Foto: Victor R. Caivano/AP/dpa
© Keystone/AP/Victor R. Caivano
Israels Armee tötet nach Angaben eines Sprechers Hamas-Terroristen in den Tunneln unter dem Gazastreifen nun gezielt mit Sprengstoff. «Wir haben neue Kampfmethoden, die wir einsetzen werden, um Terroristen zu töten», erklärte der israelische Armeesprecher Daniel Hagari am Donnerstagabend. Hamas-Terroristen und insbesondere ihre Anführer versteckten sich in ihren Tunneln im Untergrund. «Wir werden eindringen, Sprengstoff an Orten anbringen, von denen wir wissen, dass die Terroristen sie häufig aufsuchen, und auf den richtigen Moment warten, um sie unterirdisch zu töten», sagte Hagari. "Die Terroristen werden im Untergrund nicht sicher sein.

Unterhalb des Gazastreifens erstreckt sich über viele Kilometer ein ganzes Netzwerk aus Tunneln, in denen sich laut Israel etliche Terroristen der islamistischen Hamas verstecken und dort auch Geiseln aus Israel festhalten. Um Israels Bomben aus der Luft widerstehen zu können, reichen manche Tunnel Dutzende Meter unter die Erde. Die Terroristen nutzen sie zugleich, um aus dem Nichts aufzutauchen und hinterrücks anzugreifen. Viele der Tunnel sind mit Sprengfallen versehen, um israelische Soldaten, die dort eindringen, zu töten.

Israels Armee hat laut US-Medienberichten die Flutung der Tunnel getestet. Dabei sei Meerwasser in einige Tunnel gepumpt worden, um herauszufinden, ob sich die Methode zur grossflächigen Zerstörung des Tunnelnetzwerks eigne. Laut der «Times of Israel» scheinen die Tests «erfolgreich gewesen zu sein». Die Hamas hat jedoch nach eigener Darstellung genau solch eine Taktik von vornherein einkalkuliert und die Tunnel so konstruiert, dass sie auch einer Flutung standhalten.

«Die Tunnel wurden von gut ausgebildeten und geschulten Ingenieuren gebaut, die alle möglichen Angriffe der (israelischen) Besatzung in Betracht gezogen haben, einschliesslich des Hineinpumpens von Wasser», erklärte laut dem US-Fernsehsender CNN Osama Hamdan, ranghoher Vertreter der Hamas im Libanon, am Donnerstag in Beirut. Alle Konsequenzen und erwarteten Angriffe seien berücksichtigt worden.

Auslöser des Kriegs war das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels, das Terroristen der Hamas sowie anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober in Israel verübt hatten. Mehr als 1200 Menschen wurden dabei getötet und rund 240 Geiseln nach Gaza verschleppt. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und begann Ende Oktober mit einer Bodenoffensive. Nach Angaben der von der Hamas wurden bisher rund 18 000 Menschen bei Angriffen im Gazastreifen getötet.

Nach israelischen Informationen werden derzeit noch 135 Geiseln in dem abgeriegelten Küstengebiet festgehalten. Im Rahmen eines Deals zwischen der israelischen Regierung und der Hamas wurden 105 Geiseln freigelassen. Im Austausch entliess Israel 240 palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen. «Wir werden weiterhin alles - alles - tun, um alle Geiseln nach Hause zu bringen», sagte Hagari.

Quelle: sda
veröffentlicht: 15. Dezember 2023 08:03
aktualisiert: 15. Dezember 2023 08:03