Belästigungen

In der Stadt Luzern können Belästigungen neu gemeldet werden

26. Januar 2024, 11:00 Uhr
Ungewollte Berührungen, angestarrt werden oder verbale Belästigungen können in Luzern in einem Online-Tool gemeldet werden. (Symbolbild)
© KEYSTONE/GAETAN BALLY
Belästigungen und Übergriffe können in der Stadt Luzern ab sofort in einem Internetformular gemeldet werden. Die Stadt will mit dem Online-Tool erreichen, dass Anfeindungen sichtbarer werden und dass sie ihre Prävention verbessern kann.

Mit ihrem Projekt «Luzern schaut hin» will die Stadt nach eigenen Angaben die Dunkelziffer ausleuchten, die es rund um sexuelle und queerfeindliche Übergriffe und Belästigungen gibt. Man wisse heute wenig, was wirklich passiere, sagte Stadtpräsident Beat Züsli (SP) am Freitag an einer Medienkonferenz. Vieles beruhe auf Annahmen.

Die Informationen aus den Meldungen will die Stadt regelmässig auswerten. Das Tool werde der Stadt Hinweise geben, um Präventionsmassnahmen zu erarbeiten, sagte der städtische Sicherheitsmanager Christian Wandeler.

Bedürfnis ausgewiesen

Die Stadt übernahm für ihr Projekt «Luzern schaut hin» ein Meldeformular, das in Zürich und Bern bereits eingesetzt wird, die Grundlage der Kampagne übernahm sie von Genf. Lena Greber, Co-Leiterin Fachstelle Gleichstellung, sagte, in Zürich und Bern gebe es im Schnitt zwei bis 2,5 Meldungen pro Tag. Dies zeige, dass es ein Bedürfnis gebe.

In Zürich und Bern werden vor allem Anfeindungen gemeldet, welche das Geschlecht oder die sexuelle Orientierung betreffen. Die meisten Vorkommnisse gibt es auf der Strasse oder im öffentlichen Verkehr. Dabei gehe es eher um «nervige Sachen» und weniger um strafrechtlich relevante Vorkommnisse, sagte Greber.

Anonymität wird zugesichert

Das Formular kann sowohl von Betroffenen wie auch von Zeuginnen und Zeugen ausgefüllt werden. Sie bleiben dabei nach Angaben der Stadt anonym. Es wird erhoben, was passiert ist, wer belästigt hat sowie wann und wo das Ereignis geschah. Erfasst wird auch, worauf die Belästigung abzielte.

Die Meldung eines Vorfalls entspricht nicht einer Anzeige bei der Polizei. Die Melderinnen und Melder erhalten aber Hinweise, wo sie Hilfe erhalten oder eine Anzeige machen können.

Zivilcourage fördern

Die Stadt will mit der Kampagne gemäss ihrer Mitteilung eine gesellschaftliche Veränderung anstreben, damit sexistische, queerfeindliche und sexualisierte Gewalt sowie Grenzüberschreitungen im öffentlichen Raum erkannt und nicht toleriert werden. Die Förderung der Zivilcourage sei ebenfalls ein Bestandteil des Projekt, hiess es.

Damit die Kampagne «Luzern schaut hin» breit abgestützt ist und bekannt wird, arbeitet die Stadt mit verschiedenen Organisationen zusammen. Eine von ihnen ist die Bar- und Clubkommission.

Quelle: sda
veröffentlicht: 26. Januar 2024 10:12
aktualisiert: 26. Januar 2024 11:00