Natur

Horwer Mergelgrube wird definitiv der Natur übergeben

15. Dezember 2023, 14:37 Uhr
Der Dachstock des Trafohäuschens wird so umgebaut, dass er für Fledermäuse als Unterschlupf dienen kann.
© Gemeinde Horw
In der Luzerner Gemeinde Horw wird die ehemalige Mergelgrube Grisigen rekultiviert. Die Stimmberechtigten hatten dies bereits 2009 mit einer Volksinitiative verlangt.

Im Gebiet Grisigen am Fusse des Pilatus hatte die AGZ Ziegeleien AG bis 2001 Mergel abgebaut. Sie wollte die Grube danach als Deponie für Aushubmaterial nutzen. Damit war die Bevölkerung aber nicht einverstanden.

Die Stimmberechtigten hiessen 2009 mit einem Ja-Stimmenanteil von über 61 Prozent die Volksinitiative «Grube Grisigen der Natur überlassen» gut, die eine Rekultivierung des Gebiets forderte. 14 Jahre später stehe der Umsetzung nichts mehr im Weg, teilte die Gemeinde am Freitag mit.

Rechtsstreit

Der Entscheid der Stimmberechtigten führte zu einer Änderung des Bau- und Zonenreglements sowie zu Entschädigungsforderungen der AGZ Ziegeleien AG. Das Bundesgericht sprach dem Unternehmen 2019 2,3 Millionen Franken zu. Damit wurden gemäss Gemeinde Rekultivierungs- und Nachsorgekosten sowie entgangene Einnahmen entschädigt. Gefordert hatte das Unternehmen ursprünglich 14,5 Millionen Franken.

Nun sei die für die Rekultivierung des früheren Mergelabbaugebiets nötige Baubewilligung erteilt worden, teilte die Gemeinde mit. Bauliche Eingriffe werde es nur wenige geben. Die Entwässerung werde sichergestellt, das Gebäude der früheren Transportseilbahn abgerissen. Das Transformatorenhäuschen bleibe als Quartier für Fledermäuse und Vögel bestehen.

Wie die Gemeinde mitteilte, leben heute auch Amphibien in der ehemaligen Mergelgrube, vor allem Geburtshelferkröten. Seit 2017 ist das Areal im Inventar der Amphibienlaichgebieten von nationaler Bedeutung.

Quelle: sda
veröffentlicht: 15. Dezember 2023 14:37
aktualisiert: 15. Dezember 2023 14:37