Glucksmann Präsidentschaftskandidat von Mitte-links in Frankreich
Weit abgeschlagen folgte auf dem zweiten Platz der PS-Vorsitzende Olivier Faure mit knapp 14,5 Prozent der Stimmen. Die drei anderen Kandidatinnen und Kandidaten, unter ihnen die frühere Präsidentschaftskandidatin und Umweltministerin Ségolène Royal, kamen auf weniger als zehn Prozent.
In den Umfragen zur Präsidentschaftswahl am 18. April und 2. Mai liegt Glucksmann derzeit bei neun bis 14 Prozent. Damit liegt er weit hinter der Rechtspopulistin Marine Le Pen, die die Umfragen anführt und auch als Favoritin in einer möglichen Stichwahl gegen den Linkspopulisten Jean-Luc Mélenchon oder den Mitte-Rechts-Politiker Edouard Philippe gilt.
Glucksmann schliesst jegliches Bündnis mit Mélenchons linkspopulistischer Partei La France Insoumise (LFI) aus. Im März bezeichnete er Mélenchon, der sich über die Aussprache seines jüdischen Familiennamens lustig gemacht hatte, als «Jean-Marie Le Pen unserer Zeit». Marine Le Pens Vater, rechtsextremer Gründer der RN-Vorgängerpartei Front National (FN), war für seine antisemitische Haltung bekannt und mehrfach verurteilt worden.
Der 46 Jahre alte Glucksmann ist der Sohn des Philosophen André Glucksmann. Er war als Dokumentarfilmer und Essayist tätig. Von 2008 bis 2012 war er Berater des georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili. 2018 gründete Glucksmann seine linksgerichtete Partei Place Publique, seit 2019 ist er EU-Abgeordneter.