Georgien

Georgiens Regierungschef Garibaschwili tritt zurück

29. Januar 2024, 17:47 Uhr
ARCHIV - Irakli Garibaschwili, Ministerpräsident von Georgien, spricht bei einer Pressekonferenz nach seinem Treffen mit Bundeskanzler Scholz im Bundeskanzleramt. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
© Keystone/dpa/Bernd von Jutrczenka
Georgiens Regierungschef Irakli Garibaschwili hat seinen Rücktritt angekündigt. Es sei ihm eine grosse Ehre, künftig als Chef der Regierungspartei Georgischer Traum weiter dem Land zu dienen, sagte Garibaschwili am Montag in Tiflis (Tbilissi), der Hauptstadt der in die EU strebenden Südkaukasusrepublik.

Einen Grund für seinen Rücktritt nannte er nicht. Der Politiker, der 2015 schon einmal nach zwei Jahren als Regierungschef zurückgetreten war, dankte auch dem Parteigründer Bidsina Iwanischwili für die bisherige Zusammenarbeit.

Der georgische Oligarch Iwanischwili, der selbst zeitweilig als Regierungschef das Land geführt hatte, kündigte unlängst seine Rückkehr in die Politik an. Der Ehrenvorsitzende der Partei gilt mit seinem Milliardenvermögen als wichtigster Strippenzieher des Landes. In Georgien, das zwischen seinem grossen Nachbarn Russland und der EU hin und her gerissen ist, steht in diesem Jahr eine richtungsweisende Parlamentswahl an.

Unter Garibaschwili hatte es Georgien etwa abgelehnt, die Sanktionen mitzutragen, die der Westen wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine gegen Moskau verhängt hatte. Dagegen hatte die prowestliche Präsidentin Salome Surabischwili, die kaum Machtbefugnisse hat, der Regierung immer wieder einen prorussischen Kurs vorgeworfen.

Als neuer Ministerpräsident soll Medien zufolge der bisherige Parteichef Irakli Kobachidse die Regierungsgeschäfte übernehmen. Der 45 Jahre alte Jurist hat unter anderem in Düsseldorf studiert. Garibaschwili sagte, dass er sich aktiv in den Wahlkampf für die im November geplante Abstimmung einbringen wolle. Er war seit 2021 erneut Regierungschef gewesen. Georgischer Traum hat für den 1. Februar einen Parteitag angekündigt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 29. Januar 2024 17:47
aktualisiert: 29. Januar 2024 17:47