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Forza Italia bereitet sich nach Berlusconis Tod auf Zukunft vor

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Forza Italia bereitet sich nach Berlusconis Tod auf Zukunft vor

15. Juli 2023, 16:01 Uhr
ARCHIV - Der ehemalige italienische Regierungschef Silvio Berlusconi - hier beim Wahlkampf 2022 - war bis zuletzt Vorsitzender seiner Partei. Foto: Claudio Furlan/LaPresse via ZUMA Press/dpa
© Keystone/LaPresse via ZUMA Press/Claudio Furlan
Einen Monat nach dem Tod von Parteigründer und Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi hat die italienische Partei Forza Italia am Samstag einen neuen Vorsitzenden gewählt. Aussenminister Antonio Tajani, lange Zeit Nummer zwei in der Partei, übernimmt bis zum nächsten regulären Parteitag im kommenden Jahr interimsweise den Vorsitz. Er soll die italienische Regierungspartei nach dem Tod der Partei-Ikone Berlusconi vor der Bedeutungslosigkeit retten.

Vor seiner Wahl stimmten die Delegierten Tajanis Vorschlag zu, von nun an den Titel des Parteivorsitzenden von «Präsident» in «Nationalsekretär» zu ändern. «Es ist nicht mehr möglich, einen Präsidenten für unsere Bewegung zu haben. Denn für uns gibt es nur einen Präsidenten», sagte Tajani. Er zeigte sich zuversichtlich: «Wir wollen das Zentrum sein, der Eckpfeiler des italienischen politischen Systems.» Beim Treffen der Partei war auch der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, dabei.

Berlusconi galt und gilt weiterhin als das Gesicht der Partei. Beobachtern zufolge stellt sich die Frage, wie lange die Partei ohne ihn eine Zukunft hat. Schon seit Jahren verliert die Partei Wähler und Abgeordnete. Einzig Berlusconi hielt sie zuletzt dank seines Charismas und der Erinnerung an frühere Erfolge zusammen. Tajani steht vor der Aufgabe, die Partei bis zum Parteitag vor der Europa-Wahl 2024 zu führen und vor einem möglichen Zerfall zu retten.

Trotz Krankheit und hohen Alters lehnte es der frühe italienische Ministerpräsident und Medienmogul Berlusconi bis zu seinem Tod vor einem Monat ab, seine Nachfolge in der Parteiführung zu regeln. Forza Italia ist seit Oktober 2022 als drittstärkste Kraft in der rechten Regierungskoalition von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni vertreten.

Quelle: sda
veröffentlicht: 15. Juli 2023 16:01
aktualisiert: 15. Juli 2023 16:01