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Erneut Handelsschiff vor Rumänien mutmasslich von Drohne getroffen

Rumänien

Erneut Handelsschiff vor Rumänien mutmasslich von Drohne getroffen

23. Oktober 2026, 13:11 Uhr
ARCHIV - Schiffe am Horizont warten auf Einlass in den Hafen Constanta. Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wird der Transport des weltweit benötigten ukrainischen Weizens über ukrainische Schwarzmeer-Häfen behindert. Rumäniens Donaudelta ist Teil einer Alternativroute. Foto: Kathrin Lauer/dpa
© Keystone/dpa/Kathrin Lauer
Vor der rumänischen Schwarzmeerküste unweit der Grenze zur Ukraine ist nach Angaben von Rumäniens Präsident Nicusor Dan erneut ein Handelsschiff von einer Drohne getroffen worden.

Ein Seemann sei ums Leben gekommen, neun seien gerettet worden, berichteten mehrere rumänische Medien unter Berufung auf die für die Rettungsaktionen zuständige Schifffahrtsbehörde in der Hafenstadt Constanta. Nach drei weiteren vermissten Seeleuten werde gesucht. Das Schiff sei gekentert und drohe zu sinken, berichtete das Innenministerium in Bukarest.

Staatspräsident Dan bezeichnete den Vorfall als weiteren «Eskalationsversuch Russlands» im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine. In diesem Kontext «ist ein Schiff von einer Drohne getroffen worden», sagte Dan im rumänischen Fernsehsender Digi24. Ob eine russische Drohne das Schiff traf, sagte Dan nicht.

Zu dem Unglück kam es 13 Seemeilen von Constanta entfernt im Schwarzen Meer und damit knapp ausserhalb der rumänischen Hoheitsgewässer, wie Medien unter Berufung auf die Schifffahrtsbehörde berichteten. Die Besatzung des Schiffs - zehn Ukrainer und drei Aserbaidschaner -, das unter der Flagge der Komoren unterwegs war, habe noch einen Notruf absetzen können.

Nicht der erste Vorfall im Oktober

Es ist das vierte Handelsschiff, das allein im Oktober vermutlich durch Drohnen-Treffer vor der rumänischen Küste verunglückt ist. Erst vor gut einer Woche waren im Abstand von wenigen Tagen zwei Handelsschiffe nahe Sulina an der Mündung der Donau ins Schwarze Meer von Drohnen getroffen worden. Anfang Oktober war zudem ein weiteres Schiff mit ukrainischem Getreide nahe dem rumänischen Donau-Schwarzmeer-Ort Sfantu Gheorghe betroffen.

Zuletzt häuften sich im Schwarzen Meer die Drohnenangriffe auf Handelsschiffe. In den vergangenen Tagen gerieten auch mehrere Schiffe in Schwarzmeer-Wirtschaftszonen des Nachbarlands Bulgarien ins Visier. Beide Länder verlangen deswegen von der Nato mehr Unterstützung für die Sicherheit im Schwarzen Meer. Im rumänischen Luftraum werden seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die benachbarte Ukraine immer wieder Drohnen gesichtet.

Quelle: sda
veröffentlicht: 23. Oktober 2026 13:11
aktualisiert: 23. Oktober 2026 13:11