Bericht: Sicherheitsorgane warnen vor Unruhen im Iran
Dennoch bestätigte auch die Nachrichtenagentur, die den islamischen Hardlinern und den Revolutionsgarden nahesteht, dass sich die Proteste inzwischen auf mehrere Universitäten der Hauptstadt Teheran ausgeweitet haben. Demzufolge haben Hunderte Studierende an den Protesten teilgenommen, laut Studentengruppen waren es jedoch Tausende an nahezu allen Universitäten Teherans. Die Hochschulzeitung Amir-Kabir berichtet sogar, die Teheraner Universität sei von Sicherheitskräften umzingelt worden und die protestierenden Studierenden seien auf dem zentralen Campus eingeschlossen worden.
Rätselraten um Wettervorhersage
Zudem erklärte die Teheraner Stadtverwaltung kurzfristig den Mittwoch zum Feiertag - «wegen einer bevorstehenden Kältewelle und zur Energieeinsparung». Da jedoch keine Wetteränderung in der Hauptstadt erwartet wird, gehen Beobachter davon aus, dass die Massnahme andere Ziele verfolgt. Ihrer Einschätzung nach soll der Feiertag Polizei- und Sicherheitseinheiten ermöglichen, die Proteste besser zu kontrollieren. Silvester spielt im Iran keine Rolle, da das Land einem eigenen Kalender folgt. Auch Medienvertreter wurden in verschiedenen Teilen Teherans daran gehindert, über die Proteste zu berichten oder Bilder aufzunehmen. Besonders sollten die Medien über systemkritische Parolen wie «Tod dem Diktator» nicht berichten. Der Chefredakteur der reformorientierten Tageszeitung Etemad wird seiner Ehefrau zufolge seit mehr als 24 Stunden vermisst. Mehdi Bejk wollte am Montag einen Bericht über die Proteste im Teheraner Grossbasar verfassen und ist seitdem nicht zurückgekehrt. Auch sein Handy sei ausgeschaltet, schrieb seine Ehefrau Zahra Bejk auf der Plattform X.