Ausnahmezustand für Perus Hauptstadt verhängt
Mit dem Ausnahmezustand werden Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit und die Unverletzlichkeit der Wohnung ausgesetzt, heisst es in dem von der Regierung beschlossenen Dekret, das im Amtsblatt «El Peruano» veröffentlicht wurde. Auch sollen Besuche in Gefängnissen eingeschränkt werden. Das Militär soll die Polizei dabei unterstützen, die Sicherheit zu gewährleisten. In Limas Metropolregion leben rund zehn Millionen Menschen, in El Callao etwa 1,2 Millionen.
Seit Monaten politische Tumulte
Das südamerikanische Andenland mit seinen rund 34 Millionen Einwohnern ist seit Monaten in politischem Tumult. Erst vor knapp zwei Wochen war Jerís Vorgängerin Dina Boluarte wegen «moralischer Unfähigkeit» abgesetzt worden, nachdem sie wegen massiv eingesetzter Polizeigewalt und der Zurschaustellung teurer Uhren in der Kritik gestanden hatte.
Ihrem Abgang nach knapp drei Jahren als Präsidentin gingen heftige Proteste voraus, bei denen vor allem die junge Generation ihren Unmut unter anderem über Gewalt und Korruption deutlich gemacht hatte. In Lima waren bei den Protesten zuletzt Dutzende Polizisten verletzt worden, ein Demonstrant kam durch Schüsse ums Leben.