News
International

Athen verärgert über Modenschau bei Parthenon-Fries in London

Grossbritannien

Athen verärgert über Modenschau bei Parthenon-Fries in London

18. Februar 2024, 09:15 Uhr
Griechenland bemüht sich seit Jahrzehnten um die Rückgabe von 56 Fries-Teilen, die sich im British Museum in London befinden. (Archivbild)
© Keystone/AP/KIRSTY WIGGLESWORTH
Griechenlands Kulturministerin Lina Mendoni hat mit Verärgerung auf eine Modenschau der Londoner Fashion Week vor dem berühmten Parthenon-Fries im British Museum reagiert. Sie warf der britischen Museumsleitung mangelnden Respekt vor.

«Mit der Veranstaltung einer Modenschau in den Sälen, in denen die Parthenon-Skulpturen ausgestellt sind, beweist das British Museum einmal mehr, dass es keinen Respekt vor den Meisterwerken» des Bildhauers Phidias habe, erklärte Mendoni am späten Samstagabend.

Griechenland fordert seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Rückgabe mehrerer Fragmente des Parthenon-Tempels. Dieser war in der Antike der Göttin Athene gewidmet.

Der Designer Erdem Moralioglu hatte den beeindruckenden Ausstellungsort der Parthenon-Fries-Teile im British Museum für eine Modenschau seiner Marke Erdem gewählt. Die gezeigte Kollektion ist von der griechischen Sängerin Maria Callas und ihrer Interpretation der Oper Medea im Jahr 1953 inspiriert.

Rückgabe seit Jahrzehnten verlangt

«Die Leitung des British Museums trivialisiert und beleidigt nicht nur das Denkmal, sondern auch die universellen Werte, die es vermittelt», erklärte Mendoni weiter. Zudem verschlechterten sich die Ausstellungs- und Lagerbedingungen der Friese in der Duveen-Galerie ständig. «Es ist an der Zeit, dass die gestohlenen und missbrauchten bildhauerischen Meisterwerke im Licht der Attika erstrahlen», fuhr sie fort.

Griechenland bemüht sich seit Jahrzehnten um die Rückgabe von 56 Fries-Teilen, die sich im British Museum in London befinden. Die Bestandteile des 75 Meter langen Parthenon-Frieses waren Anfang des 19. Jahrhunderts im Auftrag des damaligen britischen Botschafters Lord Elgin von der Aussenseite des Parthenon-Tempels auf der Akropolis in Athen abgeschlagen und im Einvernehmen mit dem damaligen Osmanischen Reich nach Grossbritannien geschafft worden.

Athen sieht die Marmor-Platten als gestohlen an. Nach Ansicht Londons sind sie auf legale Art und Weise erworben worden.

Quelle: sda
veröffentlicht: 18. Februar 2024 09:15
aktualisiert: 18. Februar 2024 09:15