Heilmittel

Arzneimittel-Rezepte sollen künftig elektronisch ausgestellt werden

8. Dezember 2023, 12:02 Uhr
Von Hand geschriebene Arzneimittel-Rezepte soll es nach dem Willen des Bundesrates künftig nicht mehr geben. (Archivbild)
© KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI
Arzneimittel-Rezepte sollen künftig elektronisch ausgestellt werden. Das soll Missverständnisse und Fehler bei der Verschreibung und dem Einnehmen von Arzneimitteln verhindern. Patienten und Patientinnen sollen zudem einen Medikationsplan erhalten.

Der Bundesrast will das Heilmittelgesetz entsprechend anpassen, wie er am Freitag mitteilte. Die in eine Vernehmlassung gegebenen Massnahmen sollen die Medikationssicherheit erhöhen. Mit digital erstellten und eingelösten Rezepten könnten Verschreibungen eindeutig gelesen und digital übertragen werden.

Fehler vermeiden

Das helfe, Fehler zu vermeiden, und schaffe für die Patienten und Patientinnen mehr Sicherheit. Auch trage das E-Rezept dazu bei, Fälschungen und missbräuchliche Mehrfacheinlösungen von verschriebenen Arzneimitteln zu reduzieren.

Um eine elektronische Verschreibung zu erstellen, muss das Austauschformat des elektronischen Patientendossiers verwendet werden. Das stellt laut Bundesrat sicher, dass die verschiedenen IT-Systeme der Gesundheitsfachpersonen Informationen korrekt einlesen und wiedergeben können. Dieses Austauschformat soll im Sommer 2024 auf Verordnungsstufe rechtlich verankert werden.

Mehr Sicherheit für Patienten soll zudem ein Medikationsplan bringen. Er enthält eine Liste der Arzneimittel, die einzunehmen sind, sowie Informationen über deren Anwendung. Ziel ist, Patienten einen besseren Überblick über ihre Medikamente zu geben.

Zudem verbessere ein Medikationsplan den Informationsaustausch unter allen an der Behandlung beteiligten Fachleuten. Wer Arzneimittel verschreibt, abgibt oder anwendet, soll verpflichtet sein, den Medikationsplan jeweils elektronisch zu erstellen und laufend zu aktualisieren, auch hier mit dem Austauschformat.

Regeln für neue Arzneimittel

Das elektronische Patientendossier sollen nach Plänen des Bundesrats künftig alle Grundversicherten gratis erhalten. Anbieter von Gesundheitsleistungen sollen elektronische Dossiers führen müssen.

Für Kinder müssen die Arzneimittel-Dosen in der Regel individuell berechnet werden, etwa nach Alter, Gewicht und Grösse. Künftig sollen elektronische Systeme zur klinischen Entscheidungsunterstützung Pflicht werden, insbesondere bei der Berechnung von Arzneimitteldosierungen.

Eine klare Regulierung der Arzneimittel für neuartige Therapien soll dafür sorgen, dass die Bevölkerung raschen Zugang zu innovativen Behandlungsformen erhält. Auch neuartige Tier-Arzneimittel sollen einbezogen werden, wenn sie in der Schweiz zugelassen sind.

Quelle: sda
veröffentlicht: 8. Dezember 2023 12:02
aktualisiert: 8. Dezember 2023 12:02