Prozess

Angeklagter gesteht vor Gericht Tötungsdelikt von Jestetten (D)

23. Januar 2024, 12:36 Uhr
Überraschung in Waldshut D: Der Angeklagte hat am Dienstag ein Geständnis abgelegt. (Archivbild)
© KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER
Der Angeklagte im Tötungsdelikt von Jestetten (D) hat am Dienstag vor dem Landgericht Waldshut überraschend die Tat gestanden. Die Staatsanwältin forderte eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren wegen Totschlags.

Die Staatsanwaltschaft hielt die Schuld des 39-jährigen Mannes aus Lettland schon vor dessen Geständnis aufgrund der Beweise für erwiesen. So wurden unter anderem DNA-Spuren des Angeklagten am Holzscheit gefunden, mit dem das Opfer auf den Kopf geschlagen wurde. Die geforderten 14 Jahre Freiheitsstrafe liegen nahe am Maximum von 15 Jahren, den das deutsche Strafgesetzbuch für Totschlag vorsieht.

Nach wir vor unklar ist, welches Motiv der Täter gehabt haben könnte. Möglicherweise brauchte er Geld. «Es spricht einiges dafür, dass er die Tat aus finanziellen Motiven beging», sagte die Staatsanwältin. So habe er am Tag einen finanziellen Engpass gehabt und seine Lebenspartnerin in Lettland mehrfach um Geld gebeten. Sie habe ihm jedoch nur 5 Euro überwiesen.

Spätes Geständnis des Angeklagten

Der Verteidiger verlas zuvor eine Erklärung des Angeklagten. In dieser gestand er die Tat. «Ich bereue die Tat und kann sie mir heute nicht mehr erklären», hiess es darin. Er bitte die Angehörigen um Verzeihung, könne aber verstehen, wenn diese ihm nicht verzeihen würden.

Am Dienstagnachmittag wird der Verteidiger sein Schlussplädoyer halten. Das Urteil wird das Gericht voraussichtlich am Donnerstag bekanntgegeben.

Quelle: sda
veröffentlicht: 23. Januar 2024 11:21
aktualisiert: 23. Januar 2024 12:36