Missbrauch

Adligenswil LU fordert weiterhin rasches und entschlossenes Handeln

2. Oktober 2023, 11:52 Uhr
Die katholische Kirche von Adligenswil ist dem Heiligen Martin geweiht. (Archivaufnahme)
© KEYSTONE/OBS/KATHOLISCHE KIRCHENGEMEINDE ADLI
Die römisch-katholische Kirchgemeinde von Adligenswil LU drängt angesichts der Missbrauchsvorwürfe auf ein rasches und entschlossenes Handeln. Die Basis habe keine Geduld mehr, teilte sie am Montag mit.

Die Kirchgemeinde hatte am 21. September für Aufsehen gesorgt, als sie mitteilte, den dem Bistum Basel zustehenden Teil der Kirchensteuer solange zurückzubehalten, bis dieses eine klare Reaktion auf die Missbrauchsvorwürfe zeige und Forderungen des Kirchensrats von Adligenswil erfülle.

Dieses Zeichen, welches der Kirchenrat gesetzt habe, wirke sich positiv aus, hiess es in der Mitteilung der Kirchgemeinde. Die öffentliche Diskussion sei verstärkt, und Kirchgemeinden und Landeskirche seien zum Handeln animiert worden.

Kirchmeierin Mirjam Meyer sagte auf Anfrage, Adligenswil zahle das Geld für das Bistum aber weiterhin auf ein Sperrkonto ein. Lippenbekenntnisse reichten nicht, es brauche jetzt auch eine Umsetzung von Massnahmen.

Der Kirchenrat von Adligenswil versteht dies als Zeichen an die Basis. Seit der Veröffentlichung der Studie zu den Missbrauchsfällen am 12. September hat die Kirchgemeinde nach eigenen Angaben so viele Kirchenaustritte verzeichnet wie sonst in einem Jahr. Die Basis habe keine Geduld mehr, es brauche ein entschlossenes Handeln.

Die Kirchgemeinde begrüsst es, dass «der Ball auf verschiedenen Ebenen» aufgenommen werde. Grosse Hoffnung setzt sie auf die Synode, das Kirchenparlament, der römische-katholischen Landeskirche Luzern. Diese tagt am 8. November in Luzern.

Quelle: sda
veröffentlicht: 2. Oktober 2023 11:52
aktualisiert: 2. Oktober 2023 11:52