Acht Tote nach Überschwemmungen in Istanbul
Wie der Gouverneur der Provinz Istanbul, Davut Gül, mitteilte, sind neben sechs Menschen in Istanbul zwei weitere in der nordöstlich angrenzenden Provinz Kocaeli gestorben und nach Istanbul getrieben worden. Nach einer Person werde noch gesucht.
Entschädigungen angekündigt
Gül sprach im besonders stark betroffenen Stadtteil Sariyer vor Journalisten von rund 3.000 schwer beschädigten Wohnungen und Geschäftsräumen. Er kündigte an, dass Entschädigungen dafür ab heute ausgezahlt würden. Die Aufräumarbeiten dauern noch an.
Der Gouverneur stellte ausserdem in Aussicht, illegale Bauten an Flussbetten abzureissen. Zuvor hatte die Istanbuler Stadtplaner-Kammer gefordert, Überschwemmungsgebiete von Bebauung freizuhalten und geschlossene Bachbetten wieder zu öffnen, um den natürlichen Wasserlauf wiederherzustellen. Durch die Bodenversiegelung könne das Regenwasser nicht ausreichend abfliessen, sodass starker Regen zu Überschwemmungen führe.
Höchster Wert bei Niederschlag seit 1942
In Istanbul war es Mitte vergangener Woche in Folge starker Regenfälle zu zahlreichen Überschwemmungen, Erdrutschen und zu Hochwasser gekommen. Zehntausende Einsatzkräfte waren vor Ort, Menschen mussten aus ihren Häusern oder Autos gerettet werden. Im Bezirk Beykoz, der im Norden der anatolischen Seite Istanbuls liegt, fielen nach Angaben des Katastrophen-Koordinierungszentrums Akom 277,1 Kilogramm Niederschlag pro Quadratmeter - so viel wie seit 1942 nicht mehr.