44.000 Menschen fliehen vor Waldbrand bei Bordeaux
Wie die Grossstadt Bordeaux mitteilte, wird die Aufnahme weiterer Evakuierter in den Messehallen der Stadt vorbereitet, wo bis zu 10.000 Menschen einquartiert werden können. Ab dem Morgen waren Urlauber und Bewohner von Cap Ferret aus auch mit Schiffen evakuiert und nach Arcachon gebracht worden. Von dort setzte die Bahn zum Weitertransport zusätzliche Züge nach Bordeaux ein. Um bei den Evakuierungen zu helfen, boten die Austernfischer der Region auch ihre Boote an. Die Landwirte unterstützten die Löscharbeiten auf Bitten der Feuerwehr mit der Bereitstellung von 40 Tankwagen.
Merz bietet deutsche Hilfe an
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bot Frankreich unterdessen Unterstützung an. Die Waldbrände in Frankreich hätten verheerende Auswirkungen und er habe Präsident Emmanuel Macron Mitgefühl ausgesprochen, schrieb der Kanzler in einer französischsprachigen Mitteilung auf der Plattform X. «Wir sind bereit, Frankreich im Rahmen des EU-Katastrophenschutzmechanismus zu helfen. Unsere Gedanken sind bei den Betroffenen und den Einsatzkräften.»
Wegen eines weiteren Brandes an der Atlantikküste südlich von Bordeaux im Bereich des Ortes Biscarrosse wurden 23.000 Menschen evakuiert. Auch hier waren vor allem Campingplätze und Urlaubsquartiere betroffen. Ein in der Region gelegenes Einkaufszentrum mit einem Elektromarkt brannte vollkommen nieder. Dramatische Szenen gab es auch bei einem Reitgestüt in Biscarrosse. Wie auf Videobildern der Zeitung «Le Figaro» zu sehen war, wurden die Pferde aus ihren Stallungen gelassen, damit sie sich über die Strasse galoppierend vor dem heranrückenden Brand retten konnten.