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140 Menschen nach Boots-Vorfällen nahe Mauretanien vermisst

Mauretanien

140 Menschen nach Boots-Vorfällen nahe Mauretanien vermisst

21. Juli 2026, 14:48 Uhr
ARCHIV - Jugendliche spielen Fußball am Strand in Thiaroye-Sur-Mer. Migranten aus dem Senegal machen sich auf einfachen Fischerbooten, sogenannten Pirogen, auf den Weg und navigieren mehrere Tage lang gegen starke Winde und Atlantikströmungen. Foto: Annika Hammerschlag/AP/dpa
© Keystone/AP/Annika Hammerschlag
Nach mehreren Vorfällen mit Booten vor der Küste Mauretaniens sind dort nach UN-Angaben mehr als 140 Menschen ums Leben gekommen oder werden vermisst.

Die Flüchtlinge und Migranten hätten die gefährliche Überfahrt von Westafrika nach Europa versucht, teilte das UN-Flüchtlingswerk UNHCR heute mit. Die Route zu den Kanaren «bleibt eine der weltweit tödlichsten» wegen langer Strecken, der Bedingungen auf See, nicht seetauglicher, überfüllter Boote und wenig Chancen auf schnelle Rettung.

In vergangenen Tagen meldeten Behörden in Mauretanien, dass ein aus Gambia gestartetes Boot mit etwa 160 Menschen an Bord in Seenot geraten sei. Nach mehr als drei Wochen Fahrt sei der Treibstoff ausgegangen. Schon nach zehn Tagen hätten die Menschen keine Lebensmittel und Wasser mehr gehabt, weshalb sie Meerwasser hätten trinken müssen. 37 Menschen seien gerettet worden; 120 weitere würden vermisst, teilte Mauretaniens Fischereiministerium mit.

Aus dem benachbarten Senegal war nach mauretanischen Angaben zudem ein Boot mit etwa 180 Menschen an Bord gestartet, die bei einem Einsatz der Küstenwache alle gerettet worden seien. UNHCR berichtete von mehr als 380 Menschen, die wegen insgesamt drei Vorfällen im Laufe etwa einer Woche sicher an Land gebracht worden seien.

Auf den Kanarischen Inseln kamen dieses Jahr nach UN-Angaben bisher 4.400 Menschen bei irregulären Überfahrten an - ein Rückgang um etwa 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach Rekordzahlen im Jahr 2024 war die Zahl bereits im vergangenen Jahr gesunken. Als Gründe gelten strengere Kontrollen und Abkommen der EU beziehungsweise Spaniens mit nord- und westafrikanischen Ländern.

Quelle: sda
veröffentlicht: 21. Juli 2026 14:48
aktualisiert: 21. Juli 2026 14:48