Weltraummission «Smile» ist erfolgreich ins All gestartet
Rund eine Stunde nach dem Start löste sich der Satellit von der Rakete und faltete seine Solarpaneele aus. Damit gilt der Start als Erfolg.
«Wir haben einen neuen Satelliten», sagte Säm Krucker von der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Brugg AG zur Reporterin der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Forscherinnen und Forscher der FHNW haben wichtige Komponenten für die Mission entwickelt und gebaut. Der Start war für sie ein grosser Schritt, sagten sie.
«Jetzt kommt der coolste Teil», so Krucker, der das «Smile»-Projekt an der FHNW leitet. Für drei Jahre soll «Smile» nun im All Daten sammeln.
«Smile» will Weltraumwetter verstehen
«Smile» («Solar wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer») ist ein Projekt der europäischen und chinesischen Weltraumorganisationen. Ziel der Mission ist es, das Weltraumwetter besser zu verstehen - und vielleicht sogar vorherzusagen.
Das Wetter im All wird durch Sonnenwinde und Sonnenstürme bestimmt, bei denen geladene Teilchen aus der Sonne geschleudert werden. Treffen die Teilchen auf das Magnetfeld der Erde, entstehen aber nicht nur Polarlichter, sondern komplexe Wechselwirkungen: Satelliten können beschädigt, Navigationssysteme gestört und sogar Stromnetze auf der Erde beeinflusst werden. Diese Prozesse will «Smile» umfassend vermessen.
An der FHNW wurde ein Kühlsystem für das Teleskop entwickelt, gefertigt und getestet. Auch Software für die Mission haben Schweizer Forschende beigesteuert. Sie entwickelten Algorithmen, um die Bildqualität der Weitwinkelkamera zu verbessern.
Neben Teilen des Satelliten stammen auch Teile der Rakete, die den Satelliten ins All befördert, aus der Schweiz. So wurde etwa die Spitze der Rakete, die den Satelliten schützt, bei Beyond Gravity in Emmen LU hergestellt.