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Vier Tote und bis zu 15 Vermisste nach Feuerinferno in Spanien

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Vier Tote und bis zu 15 Vermisste nach Feuerinferno in Spanien

23. Februar 2024, 11:19 Uhr
ARCHIV - Flammen zerstören ein Hochhaus im Stadtteil Campanar. Nach Angaben des Rettungsdienstes brach das Feuer in einer Wohnung im vierten Stock aus und breitete sich rasend schnell aus. Foto: Eduardo Manzana/EUROPA PRESS/dpa
© Keystone/EUROPA PRESS/Eduardo Manzana
Einen Tag nach dem Grossbrand in einer Hochhausanlage in der spanischen Küstenmetropole Valencia wurden am Freitagmorgen noch bis zu 15 Bewohner vermisst.

«Die Feuerwehrleute können das Gebäude noch nicht betreten. Deshalb ändern wir die gestern genannte Zahl von vier Todesopfern zunächst nicht», sagte Bürgermeisterin María José Catalá. Die Zahl der Verletzten wurde mit 15 angegeben, darunter sieben Feuerwehrleute. Experten prüften zurzeit, ob die aus zwei Teilen bestehende Wohnanlage mit 143 Wohnungen einsturzgefährdet sei, sagte die Bürgermeisterin. In der Nacht war zunächst von 138 Wohnungen berichtet worden.

Das Feuer war aus unbekannter Ursache am späten Donnerstagnachmittag in einer der Wohnungen ausgebrochen und über die Fassade aus brennbarem Material rasend schnell auf die gesamte Anlage übergesprungen. Starker Wind fachte den Brand zusätzlich an. Binnen einer Stunde stand die riesige Anlage komplett in Flammen.

Bis zum frühen Morgen konnte das Feuer weitgehend gelöscht werden. Mit dem ersten Tageslicht wurde dann das ganze Ausmass der Zerstörung sichtbar. Von der erst vor wenigen Jahren fertiggestellten Wohnanlage, von der ein Flügel 14 Stockwerke und der andere zwölf Stockwerke hoch ist, blieb nur ein schwarzes Gerippe aus Stahlbeton zurück. «So eine Tragödie hat Valencia noch nicht erlebt», sagte die Bürgermeisterin und rief eine dreitägige Trauerzeit für die Stadt aus.

Die Brandkatastrophe löste in ganz Spanien Bestürzung aus. TV-Sender berichteten live in Sondersendungen. Regierung und Opposition drückten den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus und sagten den Geschädigten Unterstützung zu. Einige der nun obdachlosen Bewohner kamen bei Angehörigen oder Freunden unter, andere wurden in Hotels und Pensionen gebracht.

Ein Experte sagte im Fernsehen, die Fassade habe aus Aluminiumpaneelen bestanden, unter denen eine Schicht aus Dämmstoff angebracht war. Brennende Fassadenteile lösten sich vom Gebäude und stürzten in die Tiefe, wo sie auch am Boden weiter brannten. Die Bilder erinnerten an die Grenfell-Brandkatastrophe in London. Im Juni 2017 waren bei einem Hochhausbrand 72 Menschen ums Leben gekommen. Auch dort hatte sich das Feuer rasend schnell über die Fassadendämmung ausgebreitet.

Quelle: sda
veröffentlicht: 23. Februar 2024 11:19
aktualisiert: 23. Februar 2024 11:19