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Parlament ebnet Weg für lang ersehnte Zuger Kantonsgeschichte

Kantonsrat ZG

Parlament ebnet Weg für lang ersehnte Zuger Kantonsgeschichte

29. Februar 2024, 10:53 Uhr
Die Schlussabstimmung über den Beitrag an eine moderne Zuger Kantonsgeschichte findet in der zweiten Lesung statt. (Archivbild)
© KEYSTONE/URS FLUEELER
Zug ist einer der wenigen Kantone der Schweiz, der weder über eine moderne Geschichte zum Hauptort noch zum Kanton selbst verfügt. Dies soll sich nun ändern. Der Kantonsrat hat am Donnerstag in erster Lesung eine Lanze gebrochen für die eine moderne Kantonsgeschichte.

Der Rat entschied auf Antrag der Staatswirtschaftskommission mit 48 zu 27 Stimmen, den von der Regierung beantragten Kredit von 6,995 Millionen Franken um die Mehrwertsteuer der mehrwertsteuerpflichtigen Leistungen zu erhöhen. Und zwar um maximal 8,1 Prozent, also 566 595 Franken. Die Schlussabstimmung findet in der zweiten Lesung zu einem späteren Zeitpunkt statt.

Das Projekt sei ihm persönlich sehr ans Herz gewachsen, sagte Philip C. Brunner (SVP), Präsident der vorberatenden Kommission, zu Beginn seines Votums.

Die zuletzt erschienene Überblicksdarstellung stamme aus dem Jahr 1968, gehe auf die Entwicklungen der Neuzeit nur marginal ein und berücksichtige naturgemäss die bedeutenden Forschungserkenntnisse der letzten Jahrzehnte nicht mehr, sagte Brunner.

Mit Blick in den Rückspiegel nach vorne

Geschichte habe einen hohen Stellenwert. Dies sage sie als Tochter eines ehemaligen Geschichtslehrers an der Kanti Zug, wie Vroni Straub (CSP) im Namen der ALG-Fraktion ausführte. Mit diesem Vorhaben zeige der Kanton die Grundbereitschaft, sich mit seiner Kantonsgeschichte auseinanderzusetzen und die lokale Geschichtsschreibung auf ein neues Niveau zu heben.

Die Vergangenheit zu reflektieren sei wertvoll, sagte Barbara Gysel (SP). «Sind wir aber auch mutig, die kritischen Stellen der Zuger Geschichte anzusehen», sagte Gysel. «Und nutzen wir den Rückspiegel, um vorwärts zu kommen.»

Martin Zimmermann (GLP) nannte das Projekt ein «zeitgemässes Instrument» für den Erwerb von Wissen. «Versuchen wir mit Erfahrungen aus der Geschichte, das Hier und Jetzt zu verstehen.» Die GLP bezeichnete das Konzept als «durchdacht und ausgewogen.»

Michael Felber (Mitte) ging in seinem Votum auf die lange Vorgeschichte der Zuger Kantonsgeschichte ein und sagte: «Bringen wir das vor vielen Jahren gezeugte Baby nun auf die Welt.»

Es fehle im Kanton eine moderne, umfassende Kantonsgeschichte, sagte FDP-Sprecher Karl Bürgler. «Packen wir die Chance und setzten wir das Projekt um.» Innerhalb der SVP waren die Meinungen laut Philip C. Brunner sehr verschieden. Die Fraktion beschloss deshalb Stimmfreigabe.

Lange befand sich viel Sand im Getriebe, sagte Frau Landamman Silvia Thalmann-Gut (Mitte). Lange sei die Zeit nicht reif gewesen für diese grosse Projekt. Umso mehr freue sie sich, dass der Rat das Projekt so positiv aufnehme. Trotz der hohen Kosten.

Quelle: sda
veröffentlicht: 29. Februar 2024 10:53
aktualisiert: 29. Februar 2024 10:53