Kriminalität

Haftstrafen nach Raub von 100'000 Pokémon-Karten in Frankreich

2. Februar 2024, 01:23 Uhr
Die Figuren von Pokémon sind insbesondere wegen Sammelkarten und einem Videospiel bekannt. (Archivbild)
© Keystone/AP/THOMAS CYTRYNOWICZ
Wegen des gewalttätigen Raubes von rund 100'000 Pokémon-Sammelkarten sind drei Männer in Frankreich zu bis zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Strafgericht der bretonischen Stadt Rennes verhängte am Donnerstag die Strafen gegen die Männer.

Das Strafgericht verhängte eine zweijährige Haftstrafe gegen den 21-jährigen Haupttäter, der im vergangenen Jahr zusammen mit einem Komplizen bei einem Sammler eingedrungen war und die Karten mit einem geschätzten Wert von 100'000 Euro geraubt hatte.

Zu einem Jahr Gefängnis und einem weiteren Jahr auf Bewährung wurde der 32-jährige Mittäter verurteilt. Der Halbbruder eines der Angreifers wurde zu acht Monaten Haft verurteilt, muss aber nicht ins Gefängnis.

Der 21-Jährige und der 32-Jährige waren im März 2023 in das Haus eines Pokémon-Kartensammlers in der westlich von Rennes gelegenen Gemeinde Montfort-sur-Meu eingedrungen. Sie verprügelten den Sammler und zwangen ihn, ihnen die Karten zu geben. Sie füllten dann grosse Müllsäcke mit rund 100'000 Pokémon-Karten - etwa die Hälfte der Sammlung, die das Opfer über einen Zeitraum von zehn Jahren aufgebaut hatte.

«Unüberlegte Tat»

Einige der Müllsäcke rissen bei der Flucht. Die Täter konnten deswegen anhand von Fingerabdrücken identifiziert und festgenommen werden. Vor Gericht äusserten die beiden Männer «Reue». Es habe sich um eine «unüberlegte Tat» nach «zwei oder drei Gläsern» Alkohol gehandelt.

Der dritte Verurteilte hatte nach der Tat einen Sack mit Pokémon-Karten in der Garage abgeholt, in der die Beute gelagert war. Er wurde wegen Hehlerei verurteilt.

Das Opfer befindet sich seit der Tat in psychologischer Behandlung. Der Mann gab an, er habe alles, was er in seinem Leben verdient habe, in seine Pokémon-Sammlung gesteckt. «Es gibt nur wenige Leidenschaftliche mit Sammlungen wie meiner», sagte er.

Quelle: sda
veröffentlicht: 2. Februar 2024 01:23
aktualisiert: 2. Februar 2024 01:23