Zwei Tote und mehr als 30 Verletzte durch Taifun in Japan


Roman Spirig
International / 09.09.19 14:29

Mindestens zwei Tote, hunderttausende Haushalte ohne Strom und Verkehrschaos: Ein starker Taifun hat in Japan gewütet. Mehr als 30 Menschen wurden laut der Nachrichtenagentur Kyodo verletzt, als "Faxai" mit heftigen Windböen und starken Regenfällen durch Tokio fegte.

Zwei Tote und mehr als 30 Verletzte durch Taifun in Japan (Foto: KEYSTONE / AP / )
Zwei Tote und mehr als 30 Verletzte durch Taifun in Japan (Foto: KEYSTONE / AP / )

Der Sturm legte den Verkehr im Grossraum der 36-Millionen-Metropole teilweise lahm und sorgte für erhebliche Behinderungen im morgendlichen Berufsverkehr.

"Faxai" war am frühen Montagmorgen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Stundenkilometern östlich von Tokio auf Land getroffen. Der japanische Wetterdienst warnte vor starken Windböen, Überschwemmungen und Erdrutschen. Die Behörden riefen knapp 340'000 Bewohner in den gefährdeten Gebieten auf, ihre Häuser zu verlassen. Am Vormittag bewegte sich Taifun "Faxai" dann wieder in Richtung Nordosten vom Festland weg.

Eine etwa 50-jährige Frau kam nach Polizeiangaben in dem Unwetter ums Leben. Sie wurde auf einer Strasse in Tokio von starkem Wind erfasst und gegen eine Mauer geschleudert, wie auf Bildern einer Überwachungskamera zu sehen war. Ein 87-Jähriger wurde tot unter einem umgestürzten Baum in der benachbarten Präfektur Chiba gefunden.

Der Taifun entwurzelte Bäume und beschädigte Stromleitungen. Nach Angaben des TV-Senders NHK fiel in mehr als 900'000 Haushalten in der Hauptstadtregion der Strom aus, in mehr als 760'000 Haushalten dauerte der Stromausfall am Montagvormittag an. In der südwestlich von Tokio gelegenen Präfektur Shizuoka wurden rund zehn Häuser beschädigt und mehrere Autos durch die Luft geschleudert, wie örtliche Medien berichteten. In der Stadt Tateyama stürzte das Dach einer Tankstelle ein.

"Faxai" sorgte für chaotische Szenen im morgendlichen Pendlerverkehr in der Hauptstadtregion. Zahlreiche Hochgeschwindigkeitszüge, die das Umland mit Tokio verbinden, fielen in den frühen Morgenstunden aus. Auch die Bahngesellschaft East Japan Railway stellte den Verkehr zwischenzeitlich weitgehend ein, da die Bahnstrecken auf Sturmschäden untersucht werden mussten.

Im Tokioter U-Bahn-Verkehr kam es ebenfalls zu Verspätungen und Unterbrechungen. An einigen Stationen bildeten sich grosse Menschenmengen. Betroffen war auch der Flugverkehr: Mindestens 138 Flüge wurden am Montag gestrichen. Zum internationalen Flughafen Narita fuhren auch keine Züge mehr.

Der Elektronikkonzern Sony stoppte nach eigenen Angaben die Arbeit in einem Werk südöstlich der japanischen Hauptstadt, in dem Playstation-Spielekonsolen zusammengebaut werden. Laut dem Sender NHK standen auch die Bänder in zwei Fabriken des Autoherstellers Nissan westlich von Tokio still.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Neue E-Busse für Zug und St.Galler Rheintal
Regional

Neue E-Busse für Zug und St.Galler Rheintal

Die Zugerland Verkehrsbetriebe AG (ZVB) und Bus Ostschweiz AG (BOS) erweitern ihre Flotten um je einen vollelektrischen Batteriebus. Die beiden E-Busse mit dem Namen eCitaro werden in Zug und im St. Galler Rheintal voraussichtlich ab Oktober im Einsatz stehen.

H&M überrascht mit kräftigem Umsatzplus im dritten Quartal
Wirtschaft

H&M überrascht mit kräftigem Umsatzplus im dritten Quartal

Die schwedische Modekette hat mit ihrer Sommermode gepunktet und so im dritten Quartal einen unerwartet deutlichen Umsatzanstieg verbucht. Im Zeitraum Juni bis August kletterten die Erlöse um 12 Prozent auf 62,6 Milliarden Kronen (6,4 Milliarden Franken).

Ein halbes Jahr nach dem Flugverbot: Was wird aus Boeings 737 Max?
International

Ein halbes Jahr nach dem Flugverbot: Was wird aus Boeings 737 Max?

Zwei Abstürze des bestverkauften Flugzeugmodells 737 Max haben den Luftfahrt-Giganten Boeing vom erfolgsverwöhnten Weltmarktführer zum Krisenfall gemacht.

Akkordeonfestival Zug
Events

Akkordeonfestival Zug

Das Akkordeonfestival Zug lädt wieder ein: Vom 18. - 22. September finden wieder viele Konzerte an verschiedenen Standorten statt.