Zur Rose und Migros vertiefen Zusammenarbeit


Roman Spirig
Wirtschaft / 05.06.19 14:12

Die Versandapotheke Zur Rose und der Detailhändler Migros wollen enger zusammenarbeiten. Dafür gründet Zur Rose zwei gemeinsame Gesellschaften mit der Migros-Gesundheitstochter Medbase, wie die beiden Unternehmen am Mittwoch mitteilten.

Zur Rose und Migros vertiefen Zusammenarbeit (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
Zur Rose und Migros vertiefen Zusammenarbeit (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)

Zum einen sollen weitere Shop-in-Shop-Apotheken entstehen und zum anderen ein gemeinsamer Webshop. Nach einer erfolgreichen Pilotphase der drei Shop-in-Shop-Apotheken in Migros-Filialen in den Städten Bern, Basel und Zürich seien nun weitere Standorte vornehmlich in Gebieten ohne ärztliche Medikamentenabgabe vorgesehen, hiess es im Communiqué weiter. Insbesondere seien Ballungszentren in der Westschweiz im Blick, so eine Sprecherin von Zur Rose auf Anfrage von AWP.

Im zweiten künftigen Gemeinschaftsunternehmen wollen die beiden Partner ihre Ressourcen im Bereich E-Commerce bündeln. Unter der Marke "Zur Rose" werde dazu künftig ein gemeinsamer Webshop betrieben. Dabei werde der bestehende Webshop von Zur Rose neu zum Webshop des Joint Ventures umfunktioniert.

Des Weiteren wollen Zur Rose und Medbase in Zusammenarbeit mit Krankenversicherern neue Modelle im Bereich der sogenannten "integrierten Versorgung" entwickeln. Die gemeinsam entwickelten Modelle sollen dabei auch in Managed-Care-Verträgen mit Versicherern Eingang finden.

Die beiden Partner seien an beiden Joint-Ventures zu gleichen Teilen beteiligt, erklärte die Zur Rose-Sprecherin. Und auch die jeweiligen Verwaltungsräte setzten sich paritätisch zusammen.

Eine Beteiligung von Migros bzw. Medbase an Zur Rose über das Joint-Venture hinaus sei derzeit aber kein Thema, hiess es bei Medbase auf Anfrage.

Die ZKB zeigt sich hinsichtlich der Kooperation beim Shop-in-Shop-Konzept wenig überrascht. Dass weitere Läden eröffnet würden, habe sie bereits erwartet, so die zuständige Analystin. Dass die Zusammenarbeit nun auch durch einen Webshop und die Zusammenarbeit mit Krankenkassen intensiviert werde, begrüsse sie allerdings. Damit könne der Schweizer Markt intensiver bearbeitet werden.

Die Aktien von Zur Rose geben indes am Mittwoch bis gegen 12.10 Uhr 3,5 Prozent nach auf 96,50 Franken. Dies dürfte jedoch im Zusammenhang mit der Auflösung einer Aktionärsgruppe bestehend aus Verwaltungsräten und Mitgliedern der Geschäftsleitung stehen und der damit einhergehenden Angst vor Titelverkäufen aus diesem Aktionärslager.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Angst vor leerstehenden Wohnungen führte zu Weichle-Nein in Ebikon
Regional

Angst vor leerstehenden Wohnungen führte zu Weichle-Nein in Ebikon

Das Projekt einer Überbauung des ehemaligen Migros-Areals in Ebikon ist an der Urne gemäss einer Umfrage vor allem an seiner Grösse gescheitert. Zudem befürchteten die Gegner der Vorlage eine Zunahme leerstehender Wohnungen.

Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest in Zug kommt in Schwung
Schwingen

Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest in Zug kommt in Schwung

Nun hat das Warten der Schwingerfans ein Ende: Am Freitagvormittag ist das Festgelände des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Zug offiziell eröffnet worden. In die Hosen steigen die Schwinger aber erst am Samstagmorgen früh.

Kinderkulturfestival
Events

Kinderkulturfestival

Schauen, staunen und mitmachen - immer im August verwandelt sich die Anhöhe auf der Tribschen-Halbinsel bei Luzern in ein Kinderparadies. 

Neuer Zuger Kantonalbank-Präsi soll der Ex St.Galler Kantonalbank-Chef Rüegsegger sein
Regional

Neuer Zuger Kantonalbank-Präsi soll der Ex St.Galler Kantonalbank-Chef Rüegsegger sein

Die Zuger Kantonalbank (ZGKB) erhält bald einen neuen Präsidenten. Der frühere Chef der St. Galler Kantonalbank und der Schweizer Börsenbetreiberin SIX, Urs Rüegsegger, soll 2020 das höchste Amt bei der Bank übernehmen.