Zug startet mit Break in den Final


Roman Spirig
Sport / 12.04.19 03:44

Die erste Partie des Playoff-Finals zwischen Bern und Zug endete mit einem verdienten Sieg der Gäste. Die Zentralschweizer drehten die Partie nach einem 0:1-Rückstand zu einem 4:1-Sieg und gingen in der Serie mit 1:0 in Führung.

Zug startet mit Break in den Final (Foto: KEYSTONE / ANTHONY ANEX)
Zug startet mit Break in den Final (Foto: KEYSTONE / ANTHONY ANEX)
Zug startet mit Break in den Final (Foto: KEYSTONE / ANTHONY ANEX)
Zug startet mit Break in den Final (Foto: KEYSTONE / ANTHONY ANEX)

12 Zuger und 13 Berner hatten sich im Playoff-Final vor zwei Jahren bereits gegenüber gestanden. Ob deshalb alte Rivalitäten wieder aufbrachen, bleibt ein Geheimnis der Spieler. Jedenfalls kochten die Emotionen in diesem ersten Finalspiel rasch einmal hoch. Manchen Zweikampf trugen die Spieler am Rande der Legalität aus. So erstaunte es nicht, fiel der entscheidende Treffer im Powerplay. Garrett Roe sorgte nach 47 Minuten und dem dritten Zuger Treffer für die Entscheidung.

Der Qualifikationssieger aus Bern gab damit den Heimvorteil im nicht (!) ausverkauften Stadion (16'557 Zuschauer) bereits bei erster Gelegenheit aus der Hand. Das muss die Berner insofern nicht beunruhigen, als dass ihnen selbiges bereits im Viertelfinal gegen Genève-Servette und im Halbfinal gegen Biel geschehen war. Zweimal hatte Bern seine Heimschwäche - nur drei Siege in acht Partien - dank starker Auftritte in der Fremde kompensieren können.

Bern, das erst am Dienstag im siebten Spiel gegen Biel den Finaleinzug geschafft hatte, hatte vorerst besser in die Partie gefunden. Jedenfalls erspielte sich das Team von Kari Jalonen im ersten Abschnitt die bessere Möglichkeiten. Die Führung nach dem Startdrittel, erzielt durch Jan Mursak im Powerplay (12.), war deshalb nicht unverdient. Es war für den SCB, der ohne den aus privaten Gründen abwesenden Thomas Rüfenacht hatte antreten müssen, der elfte Powerplay-Treffer in den letzten acht Spielen.

Zug benötigte 20 Minuten, um in die Partie zu finden. Nachdem Bern dem Gegner lange kaum Platz zur Entfaltung gegeben hatte, glich Zug mit einem der ersten schnell vorgetragenen Angriffe den Ausgleich. Brian Flynn lenkte einen Weitschuss von Santeri Alatalo zum 1:1 ab. Es war der Auftakt zur Wende. Zwölf Minuten später verlor Berns Verteidiger Justin Krueger in der Vorwärtsbewegung den Puck. Yannick-Lennart Albrecht vollendete einen Doppelpass zur Führung.

Für die Entscheidung sorgte ausgerechnet Roe, der zuvor den Ärger des Berner Publikums auf sich gezogen hatte, als er sich in der 37. Minute etwas gar theatralisch hinfallen liess und mit einer Strafe gegen Beat Gerber belohnt wurde. Eine Strafe wegen einer Schwalbe kassierte der Amerikaner kurz darauf dann doch noch. Weil aber auch Ramon Untersander eine Strafe kassierte, kam dies Bern nicht zu Gute.

Die aufgeladene Stimmung fand ihren negativen Höhepunkt in der 49. Minute, als Berns Adam Almquist den Zuger Reto Suri mit einem Check gegen den Kopf niederstreckte. Für beide war die Partie nach dieser Aktion vorbei: Almquist wurde mit einem Restausschluss unter die Dusche geschickt und könnte als erster Spieler (!) in diesen Playoffs überhaupt eine Spielsperre kassieren, Suri wurde verletzt in die Kabine gebracht.

Während Almquist seiner Mannschaft einen Bärendienst erwies und ihr die Chance auf ein Aufholen verunmöglichte, war Suris Ausfall der einzige, dafür ein umso bitterer Wermutstropfen für die Zuger. Der EVZ bekundete zwar zu Beginn Mühe, in den Rhythmus zu finden. Nach dem schwachen ersten Drittel steigerten sich die Zuger massiv. Sie lieferten einen souveränen Auftritt hin, der jenen gegen Lugano und Lausanne in den Runden zuvor mehr als nur ähnelte.

(sda)


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