Zürcher SVP will mit Rickli ihren zweiten Regierungsratssitz halten


Roman Spirig
Regional / 11.09.18 22:36

Die Zürcher SVP setzt auf die bekannte Nationalrätin Natalie Rickli: Die Partei schickt die 41-Jährige gemeinsam mit dem bisherigen Finanzdirektor Ernst Stocker in den Regierungsratswahlkampf.

Zürcher SVP will mit Rickli ihren zweiten Regierungsratssitz halten  (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
Zürcher SVP will mit Rickli ihren zweiten Regierungsratssitz halten (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)

Die Delegierten der SVP nominierten Rickli heute Abend an einer ausserordentlichen Versammlung in Illnau: Sie entschieden sich in einer offenen Wahl klar für die Winterthurerin, die 244 Stimmen erhielt. Der zweite mögliche Kandidat, der 53-jährige Berufsmilitär und Kantonsrat Christian Lucek aus Dänikon, blieb mit 53 Stimmen chancenlos.

Die Delegierten zeigten sich dabei überzeugt, dass es der SVP mit Rickli gelingen wird, den nach dem angekündigten Rücktritt von Baudirektor Markus Kägi freiwerdenden Sitz verteidigen zu können.

Rickli will sich nach ihrer Tätigkeit in kommunalem, kantonalem und nationalem Parlament nun in der Exekutive einsetzen: "Ich will an Lösungen mitschaffen", sagte die 41-Jährige zu den Delegierten. Sie bringe etwa ein Netzwerk in Bern mit, das gerade für grosse Zürcher Verkehrsprojekte wichtig sei. Sie stellte ihre Vorstellung unter das Motto "zusammen für mehr SVP".

Die SVP müsse ihren besten Trumpf spielen, sagte ein Delegierter. Denn es gelte, auch Stimmen von Nicht-SVP-Mitgliedern zu holen, dazu brauche es einen gewissen Bekanntheitsgrad. Die Delegierten lobten Ricklis politische verlässliche Arbeit.

Lucek scheiterte nicht nur an seiner vergleichsweisen Unbekanntheit. Er stolperte auch über eine Mail, die er an Parteifreunde gesandt hatte - darin hatte er unter anderem die Frage aufgeworfen, ob gleich vier Frauen der Regierung gut täten. Lucek zeigte sich enttäuscht, dass das private Mail an die Medien gelangt sei und bezeichnete es im Rückblick als Fehler.

Als "verbrannt" bezeichnete Nationalrat Alfred Heer deshalb den Kandidaten Lucek: Er wisse nicht, wie man nach dieser Mail einen Wahlkampf gestalten sollte. Es gelte mit dem Kandidaten ins Rennen zu steigen, der gewählt werde und der gut sei. Für die Delegierten der SVP war die Wahl klar.


Kantonsrat Christian Lucek gratuliert Nathalie Rickli (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
Kantonsrat Christian Lucek gratuliert Nathalie Rickli (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
Nationalrätin Nathalie Rickli strahlt mit Regierungsrat Ernst Stocker (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
Nationalrätin Nathalie Rickli strahlt mit Regierungsrat Ernst Stocker (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
Kantonsrat Christian Lucek spricht an der SVP Delegiertenversammlung (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
Kantonsrat Christian Lucek spricht an der SVP Delegiertenversammlung (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
(Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
Nathalie Rickli im Hotel Rössli in Illnau ZH (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
Nathalie Rickli im Hotel Rössli in Illnau ZH (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)

Rickli wird mit Ernst Stocker ein Zweier-Ticket bilden. Stocker versprach, sich weiter für einen starken und bürgerlichen Kanton Zürich und einen gesunden Finanzhaushalt einzusetzen. Er wurde von den Delegierten ohne Gegenstimme nominiert.

Der erste Wahlgang für die sieben Zürcher Regierungsratssitze findet am 24. März 2019 statt. Bei der SVP tritt Baudirektor Markus Kägi nicht mehr an, bei der FDP verzichtet Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger auf eine erneute Kandidatur.

Wie die SVP, die nun mit dem Duo Stocker/Rickli antritt, will auch die FDP ihren freiwerdenden zweiten Sitz halten. Mit wem, das ist noch offen - bei den Freisinnigen stehen drei Kantonsräte zur Auswahl. Die SP geht derweil mit ihren beiden bisherigen Regierungsräten ins Rennen, die CVP mit ihrer Regierungsrätin.

Im Wahlkampf werden auch EDU, EVP, BDP, GLP, Grüne und AL mit je einer Kandidatin oder einem Kandidaten mitmischen: Sie versuchen, neu einen Sitz im Regierungsrat zu erobern - oder zumindest viel Aufmerksamkeit für die gleichzeitig stattfindenden Kantonsratswahlen zu generieren.

Mehr Nachrichten bekommen Sie, wenn Sie hier klicken

(sda / Central Redaktion)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Brand in mit Sperrgut beladenem Anhänger auf der A14
Regional

Brand in mit Sperrgut beladenem Anhänger auf der A14

In einem Lastwagenanhänger, der am Montag auf der A14 unterwegs war, hat es gebrannt. Der Anhänger konnte in Perlen entleert und der Brandherd gelöscht werden. Verletzt wurde niemand.

Luzerner CVP will Ständeratskandidatur im Januar regeln
Regional

Luzerner CVP will Ständeratskandidatur im Januar regeln

Die CVP des Kantons Luzern will parteiintern die Nachfolge ihres Ständerats Konrad Graber bis Ende Januar 2019 geregelt haben. Graber, der 2007 erstmals in die kleine Kammer gewählt worden war, hat bekannt gegeben, bei den eidgenössischen Wahlen vom Herbst 2019 nicht mehr anzutreten.

Baukommission gegen Kredit für Strassensanierung in Erstfeld
Regional

Baukommission gegen Kredit für Strassensanierung in Erstfeld

Die Baukommission des Urner Landrats hat sich gegen einen Kredit von 5,58 Millionen Franken für den Unterhalt der Kantonsstrasse in Erstfeld ausgesprochen. Das Projekt ist nicht im laufenden Strassenunterhaltsprogramm vorgesehen. Die Kommission fürchtet, dass damit ein Präjudiz geschaffen und das Unterhaltsprogramm (UHP) unterwandert werden könnte.

Mutmasslicher Kaffeefahrten-Drahtzieher angeklagt
Regional

Mutmasslicher Kaffeefahrten-Drahtzieher angeklagt

Die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte von Uri, Nid- und Obwalden hat gegen einen mutmasslichen Kaffeefahrten-Drahtzieher Anklage erhoben. Er soll in der gesamten Deutschschweiz unzulässig Werbefahrten organisiert und falsche Gewinnversprechen gemacht haben.