Zürcher Böögg prognostiziert mittelprächtigen Sommer


Roman Spirig
Regional / 09.04.19 09:00

Der Zürcher Böögg hat den Winter verabschiedet und sagt einen mittelmässigen Sommer voraus. Sein Kopf explodierte am Montagabend am Sechseläuten, dem Stadtzürcher Frühlingsfest, nach 17 Minuten und 44 Sekunden. Durchschnittlich sind es 15 Minuten und 15 Sekunden.

Zürcher Böögg prognostiziert mittelprächtigen Sommer (Foto: KEYSTONE / PPR / ALADIN KLIEBER)
Zürcher Böögg prognostiziert mittelprächtigen Sommer (Foto: KEYSTONE / PPR / ALADIN KLIEBER)

Die Bezeichnung "Böögg" bedeutet in Zürich "verkleidete, vermummte Gestalt". Für einmal trug der Böögg über seinem Waschkorb-Hut noch einen Zwingli-Hut und erinnerte damit an das 500-Jahr-Jubiläum der Reformation.

Den Zwingli-Hut lupfte es nach rund fünf Minuten, und dann kam die gewohnte Kopfbedeckung des Schneemanns zum Vorschein. Diese "vertätschte" es dann gut zwölf Minuten später.

Unter bewölktem Himmel säumten tausende Schaulustige die Strassen und schauten zu, wie rund 3500 Zürcher Zünfter in historischen Kostümen durch die Stadt Richtung Sechseläutenplatz zur Böögg-Verbrennung zogen.

Angezündet wurde der Scheiterhaufen dieses Jahr von Strassburgs Oberbürgermeister Roland Ries. Strassburg war der erste nicht-schweizerische Gast beim Zürcher Sechseläuten. Neben Gastkantonen nehmen in unregelmässigen Abständen auch historische Bündnisstädte aus vornapoleonischer Zeit am Stadtzürcher Frühlingsfest teil.

Erinnert wird mit den Strassburger Gästen an die Geschichte der Freundschaft entlang des Wasserwegs und der historischen Bünde. Dies freute insbesondere Ehrengast und Fussball-Experte Gilbert Gress, der aus Strassburg stammt.

Als weitere Ehrengäste eingeladen waren unter anderem Bundesrätin Karin Keller-Sutter, die Bundesräte Guy Parmelin und Ignazio Cassis sowie alt Bundesrat Johann Schneider-Ammann und alt Bundesrätin Ruth Metzler.

Von der Zürcher Politprominenz waren unter anderen Finanzdirektor Ernst Stocker und Bildungsdirektorin Silvia Steiner geladen. Auch der höchste Stadtzürcher, Gemeinderatspräsident Martin Bürki, und Stadtpräsidentin Corine Mauch, fehlten nicht.

Blumen aus dem Publikum schenken liessen sich auch Opernsängerin Cecilia Bartoli, "Zwingli"-Darsteller Max Simonischeck und "Zwingli"-Regisseur Stefan Haupt.

Der Volksmund sagt: "Je schneller der Böögg verbrennt, desto schöner und länger dauert der Sommer". Dieses Versprechen konnte der Schneemann in den letzten Jahren jedoch häufig nicht einlösen. 2015 etwa kündigte er mit rund 20 Minuten einen eher miesen Sommer an - dieser ging dann aber als einer der wärmsten in die Geschichte ein.

Nach dem Böögg-Verbrennen ging es für die Zünfter weiter: Sie zogen sich zum Essen in ihre Zunftstuben zurück und besuchten anschliessend die anderen Zünfte. Die Zürcherinnen und Zürcher trafen sich derweil zum beliebten "Volkswurstbraten", bei dem auf den Überresten des Böögg-Feuers grilliert wird.

Das Sechseläuten geht zurück auf einen jahrhundertealten Brauch: Wenn im alten Zürich die Abende wieder heller wurden und die Kirchenglocken erstmals wieder um 18 Uhr statt schon um 17 Uhr zum Feierabend läuteten, trafen sich die jungen Leute auf den Plätzen und zündeten Scheiterhaufen mit Strohmännern an.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

In Schwyz sinkt die Autosteuer um einen Viertel
Regional

In Schwyz sinkt die Autosteuer um einen Viertel

Der Schwyzer Kantonsrat hat sich für eine Reduktion der Motorfahrzeugsteuer ausgesprochen. Ein Rückweisungsantrag der GLP hatte keine Chance.

Möchtet ihr einen lieben Menschen zum Geburtstag überraschen?

Möchtet ihr einen lieben Menschen zum Geburtstag überraschen?

Kennt ihr jemanden der Geburtstag hat und eine Überraschung verdient hat? Dann meldet euch bei uns und gewinnt eine Geburtstagstorte von einem der Innerschweizer Bäcker-Confiseuren.

Autofahrer mit 2,4 Promille hinter dem Steuer in Sursee erwischt
Regional

Autofahrer mit 2,4 Promille hinter dem Steuer in Sursee erwischt

Die Luzerner Polizei hat einen betrunkenen Autofahrer aus dem Verkehr gezogen. Der Test ergab einen Wert von 1,2 Milligramm pro Liter Atemluft, was umgerechnet 2,4 Promille entspricht.

Glencore beklagt im Jahr 2018 mehr Todesfälle
Regional

Glencore beklagt im Jahr 2018 mehr Todesfälle

Der Rohstoffkonzern Glencore hatte 2018 an ihren Produktionsstandorten mehr Todesfälle zu beklagen als im Jahr zuvor. Es gab auch mehr Unfälle.