Zürcher Bildungsdirektorin Steiner findet Nationalrat Andreas Glarners Verhalten inakzeptabel


Roman Spirig
Regional / 05.06.19 11:30

Das Verhalten von SVP-Nationalrat Andreas Glarner ist für die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) inakzeptabel. Sollte die auf Facebook diffamierte Lehrerin rechtliche Schritte gegen den Aargauer ergreifen, will Steiner sie dabei unterstützen.

Zürcher Bildungsdirektorin Steiner findet Nationalrat Andreas Glarners Verhalten inakzeptabel (Foto: KEYSTONE / MELANIE DUCHENE)
Zürcher Bildungsdirektorin Steiner findet Nationalrat Andreas Glarners Verhalten inakzeptabel (Foto: KEYSTONE / MELANIE DUCHENE)
(Foto: KEYSTONE / PETER SCHNEIDER)
(Foto: KEYSTONE / PETER SCHNEIDER)

Die Lehrerin hatte Eltern einen Brief geschrieben, dass muslimische Schüler wegen Bayram, dem Ende des Ramadans, keinen Jokertag einziehen müssten. Es brauche aber eine Bestätigung per E-Mail oder SMS von den Eltern.

Glarner veröffentlichte diesen Brief auf seinem Facebook-Profil, inklusive Name und Telefonnummer der Lehrerin. "Vielleicht möchte jemand der Lehrerin mitteilen, was man davon hält", schrieb er dazu. Inzwischen machte der SVP-Politiker die Telefonnummer und den Namen zwar unkenntlich, doch die Schule wurde bereits mit Anrufen überschwemmt.

Für die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) ist das Verhalten von SVP-Nationalrat Glarner inakzeptabel. Diese Lehrerin habe sich korrekt verhalten, hält sie in einer Stellungnahme vom Mittwoch fest. Die Dispensation aus religiösen Gründen habe im Kanton Zürich eine lange Tradition und sei rechtlich klar geregelt.

Früher waren es in erster Linie katholische und jüdische Kinder, die im reformierten Zürich an gewissen Feiertagen frei erhielten. Heute können Kinder aller Religionen an einzelnen Tagen dispensiert werden, wenn ihre Glaubensgemeinschaft einen hohen Feiertag begeht.

Steiner wirft dem Nationalrat vor, dass er jeglichen politischen Anstand überschreite und die persönliche Integrität dieser Lehrperson verletze. Für den Fall, dass die Lehrerin rechtliche Schritte gegen Glarner in Erwägung zieht, will die Zürcher Bildungsdirektorin sie dabei unterstützen.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Gestossen und geschlagen! Frau in Horw bei Raubüberfall verletzt
Regional

Gestossen und geschlagen! Frau in Horw bei Raubüberfall verletzt

Ein Unbekannter hat in Horw eine Frau auf der Ebenaustrasse angegriffen, gestossen und geschlagen. Er entwendete ihr einen Schlüsselbund, die 38-Jährige verletzte sich dabei leicht.

Stadt Luzern prüft Vorgehen gegen Airbnb-Vermietung
Regional

Stadt Luzern prüft Vorgehen gegen Airbnb-Vermietung

Die Luzerner Stadtregierung sieht Handlungsbedarf bei der Vermietung von Ferienwohnungen durch Online-Plattformen wie Airbnb oder HomeAway. Diese hätten sich von der ursprünglichen Idee entfernt, es brauche daher Massnahmen zum Schutz des Wohnraums.

Uli Hoeness bestätigt bevorstehenden Rücktritt
Sport

Uli Hoeness bestätigt bevorstehenden Rücktritt

Uli Hoeness hat nach Angaben der "Bild"-Zeitung erstmals bestätigt, dass er bei Bayern München die Ämter als Vereinspräsident und Aufsichtsratschef niederlegen will. Einen Zeitpunkt liess der 67-Jährige in dem Bericht vom Sonntagabend offen. Zudem kündigte er an, sich beim deutschen Rekordmeister nicht vollständig zurückziehen zu wollen.

Junge Berufsleute verunfallen häufiger als ältere
Regional

Junge Berufsleute verunfallen häufiger als ältere

Jugendliche, die eine Lehre machen, verunfallen auf der Arbeit und in der Freizeit häufiger als ihre älteren Berufskollegen. Grund dafür seien eine höhere Risikobereitschaft und eine geringere Erfahrung, schreibt die Suva.