Whatsapp, Dropbox und Co. haben an Zürcher Schulen nichts zu suchen


Roman Spirig
Regional / 04.07.18 11:50

Whatsapp, Dropbox und Co. haben an Zürcher Schulen nichts zu suchen: Mit diesen Tools können die Schulen die Einhaltung des Datenschutzes nicht garantieren. Dies war eine der Feststellungen des Zürcher Datenschützers Bruno Baeriswyl im vergangenen Jahr.

Whatsapp, Dropbox und Co. haben an Zürcher Schulen nichts zu suchen  (Foto: KEYSTONE /  / )
Whatsapp, Dropbox und Co. haben an Zürcher Schulen nichts zu suchen (Foto: KEYSTONE / / )

Die Digitalisierung hat Auswirkungen auf die Arbeit des Datenschutzbeauftragten des Kantons Zürich: Die Zahl der Anfragen zu diesem Thema habe im vergangenen Jahr weiter zugenommen, sagte Baeriswyl gemäss Medienmitteilung am Mittwoch bei der Präsentation des Tätigkeitsberichts 2017.

Besonders häufig seien Anfragen zu Cloud Computing. Öffentliche Organe erhoffen sich davon, Investitionen in Soft- und Hardware zu sparen. Baeriswyl warnt aber vor deren Einsatz: Online-Angebote würden Kontrollverlust und ungenügende Transparenz mit sich bringen.

Die Krux liege dabei meist im Geschäftsmodell: "Nichts ist gratis, denn wer nicht für einen Dienst bezahlt, gibt seine Daten preis." Da aber Schulen und andere Organe für die Einhaltung des Datenschutzes verantwortlich bleiben, können sie Tools wie Whatsapp und Dropbox nicht einsetzen.

Wie Baeriswyl in seinem Tätigkeitsbericht weiter schreibt, konnte aber mit Microsoft für die Volks- und Hochschulen ein Rahmenvertrag für die datenschutzkonforme Nutzung von Office 365 abgeschlossen werden.

Der Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich prüfte im vergangenen Jahr zudem das Check-in-Ticket des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) in einer Vorabkontrolle. Reisende müssen beim Check-in-Ticket vor dem Einsteigen über ihre App einchecken und nach dem Aussteigen wieder auschecken. Am Ende des Tages wird automatisch der korrekte Preis für alle unternommenen Fahrten verrechnet.

Baeriswyl gab dabei eine positive Rückmeldung ab: Der ZVV sammle nur Daten, die für die Berechnung des Preises benötigt werden. Auch der Zugriff auf die Daten sei restriktiv geregelt. Das Check-in-Ticket kann mittlerweile auch schweizweit genutzt werden.

Als "besonders sensitiv" bezeichnete Baeriswyl Gesundheitsdaten, da sie leicht zu Diskriminierungen führen können und die Anonymisierung sehr schwierig ist. So hatte der Datenschutzbeauftragte ein Anonymisierungskonzept eines Forschungsprojekts mit Patientendaten begutachtet.

Obwohl der Personenbezug technisch entfernt wurde, hätten einzelne Patientinnen und Patienten doch eventuell noch wiedererkannt werden können - beispielsweise wegen seltenen Krankheiten. Der Datenschutzbeauftragte riet deshalb zu Zusatzmassnahmen, wie etwa das Verwenden von Altersgruppen statt genauen Jahrgängen.

Für Baeriswyl ist die Digitalisierung der Verwaltung eine besondere Herausforderung für den Datenschutz. Er bezeichnete die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung als "wichtigen Schritt zur Stärkung der Rechte der Bürgerinnen und Bürger".

Die Schweiz habe hier die Chance, einen eigenständigen Weg einzuschlagen. Die Wirkung der Datenschutzgesetze müsse gestärkt und den neuen digitalen Herausforderungen gerecht werden.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Schwer betrunkene Velofahrerin in Kriens
Regional

Schwer betrunkene Velofahrerin in Kriens

Eine gehörig alkoholisierte E-Bike-Fahrerin ist am Donnerstag in Kriens bei einem Überholmanöver gestürzt. Sie wurde dabei verletzt und anschliessend zur Kontrolle ins Spital gebracht.

Auto streift Velo in Küssnacht beim Überholen und fährt davon
Regional

Auto streift Velo in Küssnacht beim Überholen und fährt davon

Leicht verletzt hat sich am Donnerstag eine 66-jährige Velofahrerin bei einem Unfall in Küssnacht. Sie wurde von einem Auto überholt, das sie streifte und zu Fall brachte. Der Fahrzeuglenker setzte seine Fahrt fort, ohne anzuhalten.

Ammann und Peier verzichten auf Training - Ammann in Innsbruck sehr zuversichtlich
Sport

Ammann und Peier verzichten auf Training - Ammann in Innsbruck sehr zuversichtlich

Am zweiten Trainingstag verzichteten die beiden Schweizer Simon Ammann und Killian Peier wie einige der Sieganwärter auf Sprünge von der Bergisel-Schanze. Warum Simon Ammann in Innsbruck sehr zuversichtlich ist, erklärt er im Video-Interview.

Papst eröffnet  im Vatikan Krisengipfel zu sexuellem Missbrauch
International

Papst eröffnet im Vatikan Krisengipfel zu sexuellem Missbrauch

Auf Einladung von Papst Franziskus beraten die katholischen Bischöfe seit Donnerstagmorgen über Konsequenzen aus den Missbrauchsskandalen der katholischen Kirche. Der Papst verlangte zum Auftakt des Treffens "konkrete Massnahmen" gegen Missbrauch.