Welttheater: Auf dem Einsiedler Klosterplatz beginnt die Suche nach dem Glück


Roman Spirig
Regional / 17.06.19 17:53

Das Einsiedler Welttheater stellt im Jahr 2020 grundsätzliche, existenzielle Fragen: Mit seiner Neuschöpfung von Pedro Calderóns "Das Grosse Welttheater" schreibt Autor Lukas Bärfuss einen einzigen Menschen ins Zentrum - einen auf der Suche nach dem Weg und dem Glück.

Welttheater: Auf dem Einsiedler Klosterplatz beginnt die Suche nach dem Glück (Foto: KEYSTONE / ALEXANDRA WEY)
Welttheater: Auf dem Einsiedler Klosterplatz beginnt die Suche nach dem Glück (Foto: KEYSTONE / ALEXANDRA WEY)

Als reicher, als arbeitender, als begehrender, als fragender, als elender Mensch reise dieser Mensch durch die Jahrhunderte, von einer in die nächste Welt, teilte die Welttheatergesellschaft Einsiedeln am Montag mit. Auf den Tag ein Jahr vor der Premiere der 17. Spielperiode.

In der Verzweiflung findet der Mensch eine Erkenntnis, macht die Erkenntnis zu Geld, weiss auch damit nichts anzufangen, verbrennt alles in einem letzten, grossen, ekstatischen Fest und erkennt: Er ist alt geworden, er ist satt von dieser Suche, satt von diesem Spiel , das trotz Fortschritt, trotz allen Fragen in einem verlässlich ist: In einem Auftritt und einem Abgang. Was dazwischen ist, bleibt ungewiss.

Seit dem Jahr 2000 beauftragt die Welttheatergesellschaft Einsiedeln jeweils einen Autor, auf der Basis des Werks von Pedro Calderón de la Barca von 1623 ein zeitgemässes Stück zu schreiben.

Lukas Bärfuss, der an der Fassung für 2020 arbeitet, erinnert daran, dass sich die Welt seit Calderóns "Das grosse Welttheater" stark verändert hat. Damals sei das Schicksal des Menschen mit seiner Geburt mehr oder weniger festgelegt gewesen, wird Bärfuss in den Medienunterlagen zitiert. Die Standesgrenzen zu überwinden, war nicht möglich.

Auch heute sei zwar das Elternhaus ein wesentlicher Faktor, aber der heutige Mensch habe den Anspruch, sein Leben selbst zu bestimmen, heisst es weiter. Und dies in völliger Freiheit.

Bärfuss wird in Einsiedeln von der Dramaturgin Judith Gerstenberg unterstützt, der Regisseur Livio Andreina von Anna Maria Glaudemans, die für die Kostüm- und Raumgestaltung verantwortlich ist, und vom Choreografen Graham Smith. Die Musik komponiert Michael Wertmüller, dem Marino Pliakas zur Seite steht.

Für das Grossprojekt, das 2013 zum letzten Mal aufgeführt worden war, werden sich sich über 500 Frauen, Männer und Kinder aus dem Klosterdorf engagieren. Das Budget für die Produktion beläuft sich auf 4,8 Millionen Franken.

Bereits hätten sich 180 Theaterbegeisterte aus Einsiedeln und Umgebung angemeldet, heisst es weiter. Am 31. August findet der traditionelle Welttheatertag statt, an dem die gesamte künstlerische Leitung über die kommende Spielzeit informiert. Dann hoffen die Organisatoren, noch mehr Mitspielerinnen und Mitspieler begeistern zu können.

Die Bühne wird auf dem neu gestalteten Klosterplatz mit der oberen Treppe, den Arkaden links und rechts sowie dem Marienbrunnen als Fixpunkte eingerichtet. Die Zuschauertribüne ist nicht mehr auf die Kirchenfront ausgerichtet. Zum ersten Mal wird sie gedeckt sein. Die Premiere findet am 17. Juni 2020 statt, die Dernière am 5. September 2020.

www.einsiedlerwelttheater.ch

(sda)


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