Viel mehr Verkehrsunfälle in Obwalden


Roman Spirig
Regional / 12.03.19 12:12

Der Autofahrer, der in den Lungerersee stürzte, ist das einzige Todesopfer auf Obwaldner Strassen im letzten Jahr. Zwar ist die Zahl der Verkehrsunfälle 2018 markant gestiegen und liegt über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Menschen kamen aber weniger zu Schaden.

Viel mehr Verkehrsunfälle in Obwalden  (Foto: KEYSTONE / ALEXANDRA WEY)
Viel mehr Verkehrsunfälle in Obwalden (Foto: KEYSTONE / ALEXANDRA WEY)

Die Obwaldner Kantonspolizei verzeichnete 259 Verkehrsunfälle, das waren 41 mehr als im Vorjahr, wie aus der Unfallstatistik hervorgeht, die am Dienstag publiziert wurde. Auch im langjährigen Vergleich ist die Zahl überdurchschnittlich - mehr waren es letztmals 2003, und dies obwohl heute mit rund 32'000 fast 7900 Fahrzeuge mehr registriert sind als damals.

Trotz der Zunahme von Unfällen kamen 18 Personen weniger zu Schaden als im Jahr 2017. Der einzige tödliche Selbstunfall ereignete sich an einem schönen Sommermorgen zwischen Lungern und Kaiserstuhl, als ein 41-Jähriger aus nicht bekannten Gründen die Kontrolle über sein Auto verlor und in den Lungerersee stürzte.

Insgesamt verletzten sich 19 Personen schwer und 83 leicht. Am meisten Schwerverletzte gab es bei Motorradunfällen, nämlich deren neun. Auch zwei E-Bike-Fahrer verletzten sich schwer. Zwei Fussgänger kamen zu Schaden, davon einer auf einem Fussgängerstreifen. 169 Unfälle mit Sachschaden stehen deren 121 vom Vorjahr gegenüber.

Die Hauptunfallursachen für die Verkehrsunfälle liegen wie in den Vorjahren bei Unaufmerksamkeit und Ablenkung, die oft mit ungenügendem Abstand einhergeht, überhöhter Geschwindigkeit, Alkoholkonsum und Vortrittsmissachtung. Bei 21 Unfällen war Alkohol im Spiel.

Ein Unfall-Hotspot war im vergangenen Jahr die Gemeinde Sarnen. Die Zahl der Unfälle erhöhte sich hier von 53 auf 84. Auch in Lungern war der Anstieg von 18 auf 32 markant. 28 und somit die meisten Unfälle ereigneten sich in der Zeit zwischen 16 und 17 Uhr.

Das Verkehrsaufkommen sei in den letzten Jahren merklich angestiegen, sodass der nötige Abstand oftmals nicht eingehalten werde, begründet die Kantonspolizei die Entwicklung. In Kombination mit der Ablenkung und Unaufmerksamkeit seien Verkehrsunfälle die logischen Folgen aus diesem Fehlverhalten. Spürbar im Strassenverkehr seien zudem zunehmender Zeitdruck, Stress, mangelnde Fahrfähigkeit und Fahrkompetenz.

In der Unfallstatistik nicht erfasst sind rund 150 gemeldete Bagatellunfälle. Davon sind rund 50 Ereignisse, die teils über das europäische Unfallprotokoll erfasst wurden oder wo der Schadenverursacher bei Parkschäden nicht ermittelt werden konnte, sowie rund 100 Tierunfälle mit angefahrenen Wild-, Nutz- und Heimtieren.

(sda)


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