Titelverteidiger Real sensationell ausgeschieden - Favre mit BVB wie erwartet gescheitert


Roman Spirig
Sport / 05.03.19 22:56

Nach drei Triumphen in der Champions League in Folge ist Real Madrid auf sensationelle Weise in den Achtelfinals gescheitert. Die Madrilenen hatten das Hinspiel bei Ajax Amsterdam 2:1 für sich entschieden, im Rückspiel im Santiago Bernabeu jedoch unterlagen sie dem Aussenseiter aus den Niederlanden 1:4. In der Pause führte Ajax bereits 2:0.

Titelverteidiger Real sensationell ausgeschieden - Favre mit BVB wie erwartet gescheitert  (Foto: KEYSTONE / EPA / RODRIGO JIMENEZ)
Titelverteidiger Real sensationell ausgeschieden - Favre mit BVB wie erwartet gescheitert (Foto: KEYSTONE / EPA / RODRIGO JIMENEZ)
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Als die Spieler von Real Madrid das Bernabeu-Stadion am Dienstagabend mit hängenden Köpfen verliessen, wähnten sie sich in einem Albtraum. Innerhalb von sechs Tagen haben die Königlichen dafür gesorgt, dass die restlichen Wochen ihrer Saison zur Makulatur verkommen sind. Zwei Heimniederlagen gegen den Erzrivalen Barcelona in Cup (0:3) und Meisterschaft (0:1), und nun die 1:4-Niederlage gegen Ajax in der Champions League beendeten sämtliche Ambitionen Reals auf einen Titelgewinn 2019.

Erstmals seit 15 Jahren musste Real vor eigenem Anhang wieder dreimal am Stück als Verlierer vom Platz - diesmal allerdings sind die Folgen der Negativserie weitaus erdrückender als dannzumal. Für das Weisse Ballett ist das Ausscheiden gegen das Team aus der niederländischen Topliga in der Königsklasse die grösste Blamage seit 20 Jahren. 1999 waren die Madrilenen im Viertelfinal mit Dynamo Kiew zuletzt an einer Mannschaft gescheitert, die nicht einer europäischen Top-5-Liga zugeordnet werden konnte.

Reals Ende in der Champions League zeichnete sich im Rückspiel früh ab. Die junge Equipe aus Amsterdam benötigte nur rund fünf Minuten, um die Scheu vor dem grossen Gegner im Santiago Bernabeu abzulegen. In die Startphase fiel mit Raphael Varanes Lattenkopfball (4.) auch die grösste Chance des Heimteams der ersten Halbzeit. "Wir haben eine besondere Aura in der Champions League", hatte Reals Mittelfeld-Stratege Luka Modric vor dem Rückspiel gegen Ajax verkündet. Die Gäste schienen von dieser Ausstrahlung wenig wissen zu wollen.

Die Niederländer beriefen sich in der spanischen Hauptstadt auf ein Konzept, dem Real nur Tage zuvor bereits einmal zum Opfer Gefallen war: schnelles Umschaltspiel. Im Cup-Clásico vergangenen Mittwoch hatte der grosse FC Barcelona mit ähnlichem Matchplan 3:0 gesiegt, nun tat es ihm das vergleichsweise kleine Ajax gleich. Dabei kam dem 30-jährigen Serben Dusan Tadic die entscheidende Rolle zu. Die ersten beiden Treffer durch Hakim Ziyech (7.) und David Neres (18.) leitete der Spielgestalter mit messerscharfen Zuspielen vor, nach einer Stunde setzte er seiner Leistung mit dem Treffer zum 3:0 die Krone auf. Hoffnung flammte bei Real durch Marco Asensios Anschlusstreffer (70.) nur kurz auf. Lasse Schöne stellte nur zwei Minuten später den alten Abstand wieder her.

Die Madrilenen wurden von den Niederländern auch für ihre Überheblichkeit im Vorfeld des Rückspiels bestraft. Sergio Ramos, Captain, Identifikationsfigur und Abwehrchef der Spanier, hatte im Hinspiel eine Gelbe Karte provoziert, um rechtzeitig für die Viertelfinals wieder unbelastet zu sein. Da er seinen Plan öffentlich kundtat, sperrte ihn die UEFA anschliessend gleich für zwei Partien - für die schmerzvollere Sanktion sorgte nun allerdings Ajax.


(Foto: KEYSTONE / EPA / RONALD WITTEK)
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(Foto: KEYSTONE / AP / Michael Probst)
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Im Gegensatz zu Real Madrid war mit dem Ausscheiden von Borussia Dortmund nach dem 0:3 im Hinspiel bei Tottenham Hotspur gerechnet worden. In der Tat vermochte das Team von Lucien Favre die Hypothek aus dem Rückspiel nicht zu korrigieren. Wie in den vergangenen Wochen liess der BVB beim 0:1 im Rückspiel die nötige Durchschlagskraft in der Offensive vermissen, obschon Favre erstmals überhaupt von Beginn weg auf den Offensivdreizack mit Marco Reus, Mario Götze und Paco Alcacer setzte.

Immerhin darf sich der BVB damit begnügen, dass die zuletzt inflationär gezeigten individuellen Fehler gegen das Team aus London verhindert werden konnten. Der einzige Treffer der Partie glückte Harry Kane vier Minuten nach der Pause. Für den 25-jährigen Engländer, der im Hinspiel noch verletzungshalber gefehlt hatte, war es der vierte Treffer in der vierten Partie gegen den BVB.

(sda)


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