SVP unterliegt: Nationalrätinnen und Nationalräte machen Pause für Frauenstreik


Roman Spirig
Schweiz / 05.06.19 14:00

Der Nationalrat wird am Tag des Frauenstreiks vom 14. Juni eine 15-minütige Pause einlegen, damit die Politikerinnen und Politiker ihre Solidarität bekunden können. Die SVP versuchte am Mittwoch vergeblich, dies zu verhindern.

SVP unterliegt: Nationalrätinnen und Nationalräte machen Pause für Frauenstreik (Foto: KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE)
SVP unterliegt: Nationalrätinnen und Nationalräte machen Pause für Frauenstreik (Foto: KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE)

Nationalratspräsidentin Marina Carobbio wird die Sitzung vom Freitag, 14. Juni, um 11 Uhr bis 11.15 Uhr unterbrechen, "damit die Ratsmitglieder aus Solidarität mit den Frauen an einer der verschiedenen Aktivitäten teilnehmen können", wie sie am Mittwoch in einem Schreiben an die Ratsmitglieder mitteilte. Der Unterbruch werde sich nicht auf das Ende der Sitzung um 13 Uhr auswirken.

11 Uhr ist exakt jene Zeit, während welcher gemäss dem Aufruf von VPOD und Unia in der Schweiz alles stillstehen wird, weil die Frauen ihren Arbeitsplatz verlassen und sich "mit viel Lärm" sichtbar machen werden. An diesem Tag wird mehr Lohn, Zeit und Respekt für Frauen gefordert.

SVP-Nationalrat Andreas Glarner versuchte mit einem Ordnungsantrag, diese Pause verhindern. Wenn die Frauen im Nationalrat streiken wollten, dann sollten sie dafür einen freien Tag einziehen, meinte Glarner. Er kritisierte den Frauenstreik als unnötig.

Den Rat konnte er aber nicht überzeugen. Dieser lehnte seinen Antrag mit 114 zu 55 Stimmen bei sieben Enthaltungen ab. Damit wird der Nationalrat am Freitag für 15 Minuten ruhen. Pausen sind im Nationalrat nicht üblich.

Der 14. Juni ist ein Schlüsseldatum für die Gleichstellung von Mann und Frau in der Schweiz. 1981 hiess das Volk den entsprechenden Verfassungsartikel gut. 1991, zehn Jahre später, legten eine halbe Million Frauen in der Schweiz die Arbeit nieder, angeführt von den Gewerkschaften. "Wenn Frau will, steht alles still", war das Motto.

2019 kommt es am 14. Juni zum zweiten nationalen Frauenstreiktag. Im Gegensatz zum ersten Streik wird der Frauenstreik 2019 nicht von den Gewerkschaften angeführt, sondern von regionalen Streikkollektiven.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

VW-Bus kollidiert im Naxbergtunnel mit Auto
Regional

VW-Bus kollidiert im Naxbergtunnel mit Auto

Im Naxbergtunnel der A2 im Kanton Uri hat sich am Morgen ein Auffahrunfall ereignet. Ein Lenker wurde leicht verletzt.

Frauenstreik im Video: Eine Klitoris geht in Zürich auf Wanderung
Regional

Frauenstreik im Video: Eine Klitoris geht in Zürich auf Wanderung

Es war ein ungewohntes Bild: Mitten im Berufsverkehr zogen Aktivistinnen heute Freitagmorgen eine Klitoris im XXL-Format über die Zürcher Hardbrücke.

International

"Ich bin kein Monster" - Knox versucht Befreiungsschlag in Italien

Amanda Knox polarisiert noch immer. In Italien hat sie nach einem sensationellen Mordfall zwei Schuld- und zwei Freisprüche hinter sich. Nun ist die US-Amerikanerin zurückgekehrt. An einem Kongress zu Justizirrtümern in Modena äusserte sie sich am Samstag.

Trump attackiert
International

Trump attackiert "New York Times" - US-Präsident wirft Zeitung Hochverrat vor

US-Präsident Donald Trump hat die "New York Times" wegen eines Artikels über amerikanische Cyber-Übergriffe gegen Russland scharf attackiert. Er warf dem Blatt in einem Tweet in der Nacht zum Sonntag einen "virtuellen Akt des Hochverrats" vor.