Sion rettet Sieg in Thun über die Zeit


Roman Spirig
Sport / 04.04.19 23:15

Vom Überraschungsdritten zum Punktelieferanten: Der FC Thun fand ohne seine beiden wichtigsten Spieler auch gegen Sion nicht aus der Ergebniskrise. Er verlor zuhause nach schwacher Startphase 1:2. Der Gegner kann wieder Richtung Europa blicken.

Sion rettet Sieg in Thun über die Zeit (Foto: KEYSTONE / PETER SCHNEIDER)
Sion rettet Sieg in Thun über die Zeit (Foto: KEYSTONE / PETER SCHNEIDER)

Am Ende lagen Punkte für Thun doch noch in Griffweite. Nach ganz schwacher Anfangsphase erwachten die Berner im Lauf der zweiten Halbzeit und half Sions Quentin Maceiras mit einem haarsträubenden Platzverweis beinahe noch zu einem Remis mit. Weil aber unter anderem Stefan Glarner und Marvin Spielmann ihre Chancen nicht nutzten, blieb es beim 1:2.

Beide Tore für die zusehends stärker werdenden Walliser erzielte der von Murat Yakin vom Defensiv- zum Offenspieler umfunktionierte Ermir Lenjani, Nicola Sutter verkürzte für Thun. Der Fünfkampf um das letzte Europacup-Ticket mutiert damit zusehends zu einem Sechskampf um zwei Tickets. Rechnet man den offiziell noch nicht verbuchten Forfait-Sieg gegen GC mit ein, der nur eine Formalie ist, rangieren die Walliser nach dem Auswärtssieg in Thun auf Platz 4. Nur noch drei Punkte davor liegt Thun. Schön sei das, befand Yakin. "Beim heimstarken Thun zu gewinnen, ist keine Selbstverständlichkeit. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigten wir eine sehr gute Leistung", so Yakin.

Die Niederlage, die dritte in den letzten sechs Spielen, hatten sich die Thuner vollumfänglich in den ersten 33 Minuten eingehandelt - mit zwei Gegentreffern, die offenlegten, wie schwer die Absenz von Captain und Stabilisator Dennis Hediger ins Gewicht fällt. Beim 0:1 genügte ein Auswurf von Sions Goalie Kevin Fickentscher, um einen Konter zu inszenieren. Beim 0:2 stimmte die Organisation bei einer Flanke von Maceiras dermassen nicht, dass ein Sittener aus kurzer Distanz freistehend einschiessen konnte.

Was Hediger für die Thuner Defensive ist, ist Matteo Tosetti für die Offensive. Ohne den ebenfalls verletzten besten Vorbereiter der Liga benötigte Thun lange, um gefährlich zu werden. Obwohl ein Corner in der 41. Minute zum Anschlusstreffer verhalf, blieben die Gastgeber vorne in der ersten Halbzeit bis auf zwei Ausnahmen inexistent. Erst die Chance von Glarner in der 64. Minute löste den Knoten. Aber auch die Gelb-Rote Karte gegen Maceiras, der in der 82. Minute zuerst das Spiel verzögerte und dann dem Schiedsrichter applaudierte, verhalf den Thunern gegen die mauernden Sittener nicht mehr zum Ausgleich.

(sda)


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