Schweden weiter, Österreich und Frankreich steigen ab


Roman Spirig
Sport / 21.05.19 03:00

Am zweitletzten Vorrundenspieltag der Eishockey-WM in der Slowakei qualifizierte sich Titelverteidiger Schweden als letztes Team für die Viertelfinals. Österreich und Frankreich steigen ab.

Schweden weiter, Österreich und Frankreich steigen ab (Foto: KEYSTONE / AP / Ronald Zak)
Schweden weiter, Österreich und Frankreich steigen ab (Foto: KEYSTONE / AP / Ronald Zak)

Schweden löste das Viertelfinal-Ticket mit einem 5:4-Erfolg über Lettland, das seine letzte Chance verspielte. Roberts Bukarts von Ocelari Trinec liess die Balten mit einem Hattrick lange hoffen. Die Letten benötigten einen Sieg in 60 Minuten, gingen im dritten Abschnitt erstmals in Führung, hielten diesen 3:2-Vorsprung bis elf Minuten vor Schluss, glichen später nochmals zum 4:4 aus und konnten im Finish während zwei Minuten Powerplay spielen. Dennis Rasmussen erlöste Schweden 34 Sekunden vor Schluss mit einem Schuss ins leere Tor.

Für das letzte Schweizer Vorrundenspiel vom Dienstagmittag gegen Tschechien präsentiert sich die Ausgangslage nach Schwedens Sieg wie folgt: Die Schweiz kann noch auf Platz 2 vorstossen, wenn sie Tschechien mit zwei Toren Unterschied besiegt und Schweden am Abend gegen Russland keinen Punkt holt. "Das ist das Ziel", so Nationalcoach Patrick Fischer, "wir wollen unbedingt den Viertelfinal in Bratislava spielen." Nur die beiden besten Mannschaften der Gruppe B dürfen in Bratislava bleiben; der Dritte und der Vierte müssen für die Viertelfinals nach Kosice reisen.

Wenn die Schweiz gegen Tschechien nicht in 60 Minuten gewinnt, beendet sie die Vorrundengruppe auf Platz 4. Im Viertelfinal träfen die Schweizer in diesem Fall auf den Sieger der Gruppe A. In dieser Poule kann sich Finnland am Dienstag mit einem Sieg über Deutschland den Gruppensieg sichern.

Schon am Montag wurde der Abstiegskampf entschieden. Vor einem Jahr hatte Österreich an der WM in Dänemark als erster Aufsteiger seit zehn Jahren den Ligaerhalt geschafft. Jetzt schafften die britischen Eishockeyaner und Italien das selbe Kunststück.

Grossbritannien realisierte nach zwei sensationellen Aufstiegen (aus der C-Gruppe in die A-Gruppe) dank eines 4:3 nach Verlängerung gegen Frankreich in extremis den Klassenerhalt. Frankreich führte nach 28 Minuten und zwei Toren innerhalb von sechs Sekunden (!) 3:0. Die Briten glichen bis zur 46. Minute aber wieder aus. In der Overtime drückten die Franzosen auf das Siegtor. In der 63. Minute gelang Verteidiger Ben Davies aber mit dem ersten Torschuss des Aussenseiters in der Overtime das 4:3. Stürmer Ben O'Connor steuerte drei Assists bei.

Im französischen Absteiger-Team figurierte ein NHL-Akteur (Alexandre Texier von Columbus) und mit Eliot Berthon (Servette), Thomas Thiry (Zug), Charles Bertrand (Fribourg) und Tim Bozon (Servette) vier Spieler aus der National League. Betreut wurden die Franzosen von Philippe Bozon, der einst ein Jahr lang (erfolglos) den HC Lugano trainierte, und Assistent Rene Matte (Assistent bei Ambri-Piotta).

Wie Frankreich wird auch Österreich im nächsten Frühling die WM in Zürich und Lausanne verpassen. Das Abstiegsduell in der Gruppe B verlief ebenfalls äusserst dramatisch. Italien setzte sich gegen Österreich im Penaltyschiessen durch. Zum Matchwinner der Azzurri im Shootout avancierte der gebürtige Kanadier Sean McMonagle, der mit dem 14. Penalty für die Entscheidung sorgte. Die Italiener, die in den ersten sechs Gruppenspielen bloss einen Treffer zu Stande gebracht hatten, schafften letztmals 2007 (12.) den Verbleib in der Topliga. Danach stiegen sie fünfmal ab.

Nach der regulären Spielzeit hatte es 3:3 gestanden. Die Österreicher wurden vom Schweizer Roger Bader gecoacht. "Manchmal gewinnt nicht die bessere Mannschaft", so Bader. Wie bei Frankreich gehörten mit Dominic Zwerger, Fabio Hofer (beide Ambri-Piotta), Patrick Obrist (Kloten) und Benjamin Baumgartner (Davos) vier Akteure aus der National League zum Kader. Hofer verzeichnete gegen Italien zwei Assists, das war für ihn jedoch kein Trost.

(sda)


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