Ryanair streicht 150 von 400 Flügen in Deutschland


Roman Spirig
Regional / 11.09.18 18:56

Wegen des angedrohten Streiks des Ryanair-Personals hat die Fluggesellschaft für diesen Mittwoch 150 Flüge von und nach Deutschland gestrichen. Die betroffenen Kunden würden umgehend informiert und entschädigt.

Ryanair streicht 150 von 400 Flügen in Deutschland  (Foto: KEYSTONE / EPA / HAYOUNG JEON)
Ryanair streicht 150 von 400 Flügen in Deutschland (Foto: KEYSTONE / EPA / HAYOUNG JEON)

Dies kündigte Ryanair-Marketingchef Kenny Jacobs am Dienstag in Frankfurt an. Das Unternehmen will Informationen zu Ausfällen per Mail und SMS verbreiten, hiess es. Kunden könnten zudem ihre Verbindungen kostenfrei auf die Tage Donnerstag bis Sonntag umbuchen.

Die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) und Verdi haben einen ganztägigen Streik an den zwölf deutschen Basen angekündigt. Dort sind rund 400 Piloten und 1000 Flugbegleiter beschäftigt. Erstmalig versuchen damit die Gewerkschaften der beiden Berufsgruppen gemeinsam, Verbesserungen für die Beschäftigten des grössten Billigfliegers in Europa zu erzielen.

Für Verdi ist es der erste Streik bei Ryanair. Die Gewerkschaft will weitere Streiks folgen lassen, wenn die irische Fluggesellschaft in den Tarifverhandlungen kein Entgegenkommen zeigt. "Das ist ein erster Warnstreik. Wie es weitergeht, hängt vom Verhandlungsverlauf ab", sagte Vorstandsmitglied Christine Behle am Dienstag in Berlin.

Ryanair habe an den zwölf Basen in Deutschland rund 1000 Flugbegleiter, davon seien 700 Leiharbeitnehmer, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Mira Neumaier. Sie nannte das Tarifangebot für die Flugbegleiter nach zwei Verhandlungsrunden völlig unzureichend. Das Basisgehalt solle nach dem Ryanair-Angebot über einen Zeitraum von drei Jahren nur um 41 Euro angehoben werden.

Die Gewerkschaften wollen mit dem Streik die Airline hart treffen. "Es wird für Ryanair am Mittwoch sehr schwierig, noch Flugzeuge aus Deutschland zu bewegen", sagte VC-Sprecher Markus Wahl der Nachrichtenagentur DPA.

Man rechne aber damit, dass Ryanair Maschinen und Crews aus anderen Ländern kurzfristig nach Deutschland schicke, wie es bei einem ersten Warnstreik kurz vor Weihnachten geschehen war. Damals hatte Ryanair alle geplanten Flüge in die Luft bekommen.

Ryanair hält die auf die deutschen Basen beschränkten Streiks hingegen für ungerechtfertigt. Sprecher Robin Kiely forderte die deutschen Piloten auf, ihrer Arbeit nachzugehen.

"Da wir bereits örtliche Verträge und eine verbesserte Bezahlung angeboten haben, gibt es keine Rechtfertigung für weitere Störungen", sagte er. VC habe ferner bei der Lufthansa-Tochter Eurowings längst niedrigere Gehälter akzeptiert, als sie nun bei Ryanair fordere.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Muotakraftwerke sollen vorzeitig Konzession verlängert
Regional

Muotakraftwerke sollen vorzeitig Konzession verlängert

Der Schwyzer Stromversorger ebs Energie AG will die Konzession für die Wasserkraftwerke an der Muota vorzeitig um 80 Jahre verlängern. Betroffen sind sieben Wasserkraftwerke. Für den Erhalt der Stromproduktion sind Investitionen von 150 Millionen Franken geplant.

Berner Justiz geht gegen Pyro-Zünder an YB-Meisterfeier vor
Schweiz

Berner Justiz geht gegen Pyro-Zünder an YB-Meisterfeier vor

Die Berner Justiz und die Polizei gehen gegen YB-Fans vor, welche an der Meisterfeier des Berner Fussballklubs von Mai 2018 Pyrotechnika zündeten. Neun Personen hat die Polizei verzeigt, weiteren Fans droht der Internetpranger.

Red Bull verkauft soviele Getränkedosen wie noch nie
Wirtschaft

Red Bull verkauft soviele Getränkedosen wie noch nie

Der Energy-Drink-Hersteller Red Bull hat im Jahr 2018 soviele Getränkedosen verkauft wie noch nie zuvor. Das Geschäft wächst vor allem in Schwellenländern wie Indien oder Brasilien.

Stadt Zug vermietet Stadthaus an Krypto-Unternehmen
Regional

Stadt Zug vermietet Stadthaus an Krypto-Unternehmen

Das Zuger Stadthaus wird Sitz eines Krypto-Unternehmens: Die Stadt vermietet die Räume an die Seba Crypto AG, die bereits heute in Zug ansässig ist. Die Stadtverwaltung wird per Ende Juni an die Gubelstrasse umziehen.